Diese latenten Hungerkrisen sind unter anderem auf die klimatisch bedingten geringen Ernteerträge und auf die akute Armutssituation der Bevölkerung zurückzuführen. Eine Familie mit fünf aktiven Personen bewirtschaftet durchschnittlich eine Fläche von 3 Hektar. Das ergibt 1.200 -1.500 kg Getreide. Allerdings bräuchte eine 10-köpfige Familie mit fünf Erwachsenen und fünf Kindern pro Jahr ca. 2.000 kg.
Die Situation wird durch die Armut verschärft, da die Familien ihre Ernte meist schnell verkaufen müssen, um Schulden zu begleichen. Der Markt wird nach der Ernte mit Getreide überschwemmt, reiche Händler kaufen das Getreide zu lächerlich niedrigen Preisen. Die Bauern sind gezwungen große Mengen zu verkaufen, um wenigstens die dringendsten finanziellen Bedürfnisse zu decken. Die Händler lagern das Getreide in ihren privaten Speichern und halten es so lange zurück, bis wenig Getreide am Markt angeboten wird. Die Bauern müssen dann ihr eigenes Getreide somit sechs bis neun Monate später überteuert zurückkaufen. mehr
