Zelte aus Österreich sind unterwegs

05.02.10 / 10:05

"Es ist vorrangiges Ziel, den Menschen jetzt ein Dach über dem Kopf zu bieten", betont Caritas-Mitarbeiterin Ruth Schöffl. Die gebürtige Oberöstereicherin ist soeben von ihrem Einsatz im Erdbebengebiet von Haiti zurückgekehrt. Vor allem angesichts der bevorstehenden Regenzeit bräuchten die Menschen dringend Notunterkünfte, so Schöffl.

Schutz für die Regenzeit
Von der Caritas werden demnächst 5.000 Zelte nach Haiti geschickt, um 25.000 Menschen in der Regenzeit Schutz zu bieten.
Auch jene, deren Haus noch steht, würden lieber im Freien schlafen, weil die Erde immer wieder bebe und man den Bauten nicht mehr traut, so Schöffl. In Zelten müssten sich die Haitianer nicht mehr um Einstürze sorgen, seien aber trotzdem gegen den Regen geschützt.

Die Hilfsmaßnahmen bezeichnete Schöffl als "logistisch irrsinnig schwierig", weil beim Beben auch die wenige vorhandene Infranstruktur zerstört wurde. Um bei den Lebensmittelausgaben dafür zu sorgen, dass nicht nur die Stärksten Essen ergattern, um es dann am Schwarzmarkt zu verkaufen, ist die Caritas dazu übergegangen, in den Lagern von Zelt zu Zelt zu gehen und den Frauen Bons zu geben. "Am vereinbarten Treffpunkt können sie dann das Essen abholen."

Lebensmittel nahezu unleistbar
Getroffen hat das Beben auch die Bewohner der Armenviertel, erzählte Schöffl: Zwar seien ihre behelfsmäßigen Hütten nicht eingestürzt, sie seien aber jetzt damit konfrontiert, dass die Lebensmittel für sie unleistbar geworden sind. Obwohl die ohnehin schon von Korruption geplagte Verwaltung nun völlig am Boden liegt, sei es notwendig, diese in Aufbaumaßnahmen einzubinden, ist Schöffl überzeugt. "Es ist notwendig, die Regierung miteinbeziehen, weil man sonst Konflikte schafft." Dazu müsse auch daran gearbeitet werden, die "politische Stabilität in irgendeiner Form zu erhöhen".