Lerncafés werden ausgebaut

12.06.11 / 10:39

In den Lerncafés der Caritas erhalten Kinder, vor allem mit Migrationshintergrund, Hilfe beim Lernen. Dank einer neuen Kooperation mit dem Integrationsstaatssekretariat kann dieses Angebot nun in allen neun Bundesländern ausgebaut werden.

Über eine neue Kooperation zwischen Integrationsstaatsekretariat und Caritas Österreich informierten heute Staatssekretär Sebastian Kurz und Caritas-Präsident Franz Küberl. Das Projekt Lerncafes der Caritas, in denen Kinder vor allem mit Migrationshintergrund Lernhilfe von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern erhalten, wird ab heuer jährlich mit einem Betrag von 200.000 Euro durch das Integrationsstaatssekretariat unterstützt.

"Dank dieser Unterstützung können wir das Angebot nun erweitern. Ab dem kommenden Schuljahr soll es in allen neun Bundesländern Lerncafés geben",  freut sich Caritas-Präsident Franz Küberl: "Integration fängt von klein auf an und Bildung ist zudem ein wichtiger Schutzmantel gegen Armut. Genau deshalb ist es der Caritas ein so großes Anliegen, dass auch benachteiligte Kinder auf die Bildungsreise mitgenommen werden und der Zug in Richtung Zukunft nicht an ihnen vorbeifährt."

Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz erklärt, warum ihm die Unterstützung dieses Projekts ein so großes Anliegen ist: "Integration läuft über Leistung. Und im Kindesalter ist diese Leistung Deutsch lernen. Dann funktioniert Integration. Leistung ist freiwillig und wer früher damit anfängt, umso besser", so Kurz. Wer ins Lerncafe gehe, um seine sprachlichen Defizite auszubessern, der solle unterstützt werden, ist der Staatssekretär überzeugt:  "Ich halte die Arbeit im Lerncafé der Caritas für sehr gut, daher will ich, dass dieses Projekt in ganz Österreich umgesetzt wird. Was mir ganz besonders wichtig ist: Für die ehrenamtliche Leistung der freiwilligen Lehrkräfte im Lerncafe kann man nicht genug Danke sagen."

Rüstzeug für eine bessere Zukunft

Nicht alle Kinder können die Schule ohne Hilfe bewältigen. Und vielen Eltern ist es kaum möglich, ihre Kinder dabei zu unterstützen. Kein Geld für Nachhilfestunden, ein niedriges Bildungsniveau der Eltern, mangelnde Deutschkenntnisse oder zu beengte Wohnverhältnisse sind nur einige der Gründe, die es SchülerInnen unmöglich machen, den gewünschten Lernerfolg zu erreichen.

Vor diesem Hintergrund hat die Caritas mit den "Lerncafés" ein Lern- und Nachmittagsbetreuungsangebot ins Leben gerufen. Dieses richtet sich an alle Kinder, in besonderem Maße an Kinder mit Migrationshintergrund. In den sechs Lerncafés der Caritas (Graz-Gries, Graz-Lend, Leoben, Knittelfeld, Amstetten, Wolfsberg) werden derzeit während des Schuljahres insgesamt etwa 220 SchülerInnen betreut. Neben der gezielten Hilfestellung bei den Hausaufgaben und der Vorbereitung auf Schularbeiten und Tests geht es den hauptberuflichen und freiwilligen BetreuerInnen auch darum, den Kindern Freude am Lernen zu vermitteln.

Das erste Lerncafé startete im Herbst 2007 in Graz (Stadtteil Gries). Es folgten die Lerncafés in Graz-Lend (2008) und Leoben (2009) sowie das Lerncafé Mondi Knittelfeld (2009). Die Unterstützung der Öffentlichen Hand und des Verpackungsherstellers Mondi ermöglichte es der Caritas bereits in jüngerer Vergangenheit, das Angebot (in modifizierter Form) auf weitere Bundesländer auszudehnen: Unter dem Namen "Rückenwind" läuft seit dem Schuljahr 2009 in Kooperation mit der HS Pestalozzistraße in Amstetten ein Nachmittagsangebot für SchülerInnen von 10 - 15 Jahren. Im Oktober 2010 startete in der HS1 in Wolfsberg (Kärnten) das "Lerncafé Mondi Wolfsberg", dessen spezielle Nachmittagsbetreuung für SchülerInnen zweier Klassen offen steht.