Krise in Mali: Not der Menschen im Mittelpunkt

11.04.12 / 11:11

Die politische Situation in der ehemaligen Vorzeigedemokratie Mali wird immer schwieriger. Nach dem Putsch der Militärs erschüttern Kampfeinsätze diverser Touareg-Rebellen den Norden des Landes. Laut neuesten Informationen hat die MNLA, die nationale Befreiungsbewegung von Azawad, ein Ende der Kämpfe im Norden angekündigt. "Das wäre ein großer Fortschritt für die betroffene Bevölkerung. Noch ist unklar, wie die islamistische Gruppe Ansar Dine darauf reagieren wird. Die Situation vor Ort ändert sich stündlich", berichtet die Caritasmitarbeiterin und Maliexpertin Elisabeth Haun. Darüber hinaus brauche es im Norden eine Art Schutzzone, in der dringend benötigte Hilfsgüter und Lebensmittel zur Zivilbevölkerung gebracht werden könnten. 
 
200.000 Menschen auf der Flucht 

Eines ist klar: Humanitär sind die politischen Auseinandersetzungen und Gewalthandlungen im Norden eine riesengroße Katastrophe für die MalierInnen. 200.000 Menschen sind laut UNICEF auf der Flucht - sie kommen in den stabilen Süden, unter anderem in die Caritaseinrichtungen in Kayes, in Segou oder in Bamako. Etliche Tausende flüchten auch über die Grenze u. a. nach Burkina Faso oder in den Niger. Auch dort werden sie durch das internationale Caritasnetzwerk betreut. 
 
Heranrollende Hungerkatastrophe  

"Unsere Caritasarbeit läuft auf Hochtouren, etwa in den Ernährungs- und Sozialhilfeprogrammen in der Region Kayes. Das Caritas Zentrum für Straßenkinder in der malischen Hauptstadt Bamako ist bis zum letzen Platz belegt. Hunger und die Unsicherheit lassen die Kinder bei uns Schutz suchen", beschreibt Elisabeth Haun die Lage. Die heranrollende Hungerkatastrophe ist spürbar. Auch in N'Dabougou, einem Ort mit rund 1500 Einwohnern hundert Kilometer südlich von Bamako, gehen die Getreidevorräte zu Ende. Besonders Kinder, Schwangere und Stillende und alte Menschen sind durch Mangel- und Unterernährung gefährdet. Sie alle brauchen eine effiziente Überbrückungshilfe bis zur nächsten Ernte im September.
 
"In einem ersten Schritt kauft die Caritas große Mengen Mais, Sorghum und Hirse. Das Getreide wird ja nach Bedarf zur Gratisverteilung, zum subventionierten Verkauf oder zur Ausstattung der vorhandenen Getreidespeicher verwendet werden", erklärt Elisabeth Haun.
 
Jetzt Patin/Pate werden 


  • Die Caritas sucht Österreicherinnen & Österreicher, die von April bis Oktober eine Patenschaft gegen den Hunger, für ein Kind (7 Euro monatlich), für eine Familie (42 Euro monatlich) übernehmen.