Eröffnung der Caritas Notschlafstelle

24.04.13 / 12:27

Manchmal schlägt das Schicksal besonders heftig zu und plötzlich steht man vor dem Nichts. Man hat alles verloren. Auch sein Zuhause. Für Menschen in dieser extremen Notsituation stellt die Caritas ihre neue Notschlafstelle in Oberwart zur Verfügung.

Perspektiven erarbeiten
Für Menschen wie Johann ist die Caritas Notschlafstelle mehr als ein Dach über dem Kopf. Hier wird er auch regelmäßig durch eine Sozialberaterin betreut, damit er gemeinsam mit ihr wieder neue Perspektiven für sein Leben erarbeitet. Die Diakonie unterstützt das Caritas Projekt und liefert täglich eine warme Mahlzeit pro Klient. Bis zu sechs Männer, die plötzlich ohne Schlafmöglichkeit auf der Straße stehen, können in der Molkereistraße in drei Doppelzimmern untergebracht werden. Nach einem Aufnahmegespräch erhalten die Klienten einen elektronischen Schlüssel, der den Zutritt am Abend ab 19.00 Uhr im Sommer ermöglicht. „Wir wollen Menschen in akuten Notsituationen die Tür öffnen und ihnen ein Dach über dem Kopf bieten. Die Caritas Notschlafstelle ist eine Übergangsmöglichkeit. Mit Unterstützung der Sozialberaterinnen soll bald ein Weg aus der Krise und natürlich auch in eine neue Unterkunft gefunden werden“, erklärt Caritas Direktorin Mag. Edith Pinter.
Landesrat Dr. Peter Rezar wies in seiner Rede anlässlich der Eröffnung darauf hin, dass Menschen, die ihre Wohnmöglichkeit verlören, meist auch mit anderen Problemen zu kämpfen hätten: mit finanziellen Problemen, mit Schwierigkeiten in der Partnerschaft bis hin zu Trennungen, mit Sorgepflichten, denen man nicht nachkommen könne,  mit psychischen Problemen usw. Es sind dies Situationen in der viele Männer nicht mehr alleine zu Recht  kämen, in denen eine  helfende Hand, vorübergehend ein Dach über dem Kopf, ein warmes Essen und vor allem Zuwendung und sozialarbeiterische Beratung dringend notwendig wären. „Mit der Notschlafstelle in Oberwart,“ führt Rezar weiter aus, „schafft die Caritas für Männer in Not ein wichtiges Angebot, dass ihnen helfen soll wieder Kontrolle über das eigene Leben zu erlangen. Die obdachlosen Männer werden dabei unterstützt eine eigene Wohnmöglichkeit zu finden. Dafür möchte ich mich sehr herzlich bei der Caritas bedanken. „

Ökumenische Segnung
Gemeinsam nahmen Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics und Superintendent Mag. Manfred Koch die Segnung der Caritas Notschlafstelle vor. In seiner Rede verwies der Bischof auf die Worte Jesu: „Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen“, und ergänzt: „Wenn wir also heute dieses Haus seiner neuen Bestimmung übergeben, dann handeln wir in seinem Auftrag und aus tiefer und aufrichtiger Menschlichkeit.“

Teil der sozialen Verantwortung
„Immer wieder kommt es vor, dass Menschen rasche und unkomplizierte Hilfe brauchen“, erklärte Georg Rosner und verwies dabei auf seine vielfältigen Erfahrungen als Bürgermeister. Daher begrüßt Rosner das Caritas Angebot einer Notschlafstelle in Oberwart:  „Die Stadtgemeinde Oberwart hat die Pläne der Caritas unterstützt und ich bin froh, dass das Projekt erfolgreich umgesetzt wurde. Damit übernehmen wir einen Teil der sozialen Verantwortung für unsere Gesellschaft."