Dem krisengeschüttelten Südsudan droht die schlimmste Hungersnot seit den 1980er-Jahren.

28.07.14 / 09:21

Dem krisengeschüttelten Südsudan droht die schlimmste Hungersnot seit den 1980er-Jahren. Über eine Million Menschen sind auf der Flucht. Die Caritas leistet Überlebenshilfe.

Der jüngste Staat der Erde, der Südsudan, kommt nicht zur Ruhe. Die anhaltenden Kämpfe im blutigen Bürgerkrieg zwingen die Menschen zur Flucht und haben verheerende Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit.

Ernährungssituation im Südsudan spitzt sich zu
Aufgrund der anhaltenden Kämpfe können die Bauern ihre Felder nicht bebauen. Die Nahrungssicherheit im Südsudan ist damit massiv bedroht. Die Folgen sind fatal: Laut UNO sind bereits Millionen Menschen vom Verhungern bedroht. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) stuft die Nahrungssituation in weiten Teilen des Landes als Notzustand ein.

Schwierige Hilfe
Während sich die meisten Hilfsorganisationen mittlerweile zurückgezogen haben, hält die Caritas ihre Hilfe nach wie vor aufrecht. Zerstörte Infrastruktur und die der wechselnde Frontverlauf erschweren Hilfsaktionen im Südsudan ebenso wie die beginnende Regenzeit. Landepisten werden durch die Niederschläge unbrauchbar, ein Großteil der Menschen kann dann nur durch den Abwurf von Hilfsgütern aus der Luft versorgt werden, denn viele Straßen sind nicht mehr passierbar. Auch die Flüchtlingslager stehen teilweise unter Wasser, Zelte wurden durch die starken Regenfälle beschädigt.

Hundertausende auf der Flucht, Millionen hungern

- Insgesamt sind 1,5 Millionen Menschen vertrieben worden - landesweit gibt es mehr als 170 Flüchtlingslager.
- Über 67.000 Menschen suchten in Basen der UN-Friedensmission UNMISS Schutz.
- Rund 70.000 Menschen haben in einem Camp in der Stadt Yida in Unity State südlich der Nuba-Berge Zuflucht gefunden.
- Knapp 412.000 Menschen sind in die Nachbarländer geflohen.
- Die Ernährungssicherheit von rund vier Millionen Menschen ist gefährdet. (World Food Program)
- 114.000 Kinder sind bereits schwer unterernährt. (UNICEF)

In der Nuba-Region leistet die Caritas neben einem langfristigen Schwerpunkt im Bildungsbereich, akute Nahrungsmittelhilfe. Insgesamt wurden 229.900 Euro für Hilfsmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Von einer Verteilung von Kochutensilien profitierten 5.149 Familien.

In den Nuba Bergen bekamen in den letzten Wochen 1.398 Kinder ein warmes Mittagessen in der Schule. In einer medizinischen Anlaufstelle in Juba bekommen Mütter für ihre Kinder unter zwei Jahren Milch zur Verfügung gestellt.

Im Südsudan unterstützt die Caritas das Nothilfeprogramm der amerikanischen Caritas, den Catholic Relief Services (CRS), mit 100.000 Euro und leistet damit wichtige Überlebenshilfe. In den Bundsstaaten Jonglei und Lakes versorgt die Caritas hundertausende Menschen mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und stellt Notunterkünfte zur Verfügung. Die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln ist durch eine Versorgungskette von Mombasa über Juba nach Bor gesichert.