Hungerkatastrophe im Südsudan bahnt sich an

22.09.14 / 11:34

3,9 Millionen Menschen im Südsudan infolge des Ernteausfalls auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Caritas-Helferin Michaela Sieger berichtet.
 
Im Südsudan bahnt sich eine humanitäre Katastrophe enormen Ausmaßes an: 3,9 Millionen der elf Millionen Einwohner des Landes sind bereits auf akute Nahrungsmittelhilfe angewiesen und die Lage wird immer dramatischer, so berichtet Caritas-Helferin Michaela Sieger.

Die Südsudan-Expertin aus dem Burgenland bereist diese Woche Flüchtlingslager in dem Land, für das die UNO zu Monatsbeginn vor der "schlimmsten Hungerkatastrophe in Afrika seit den 1980er-Jahren" gewarnt hat. "Die Katastrophe ist bereits eingetroffen", so die Caritas-Expertin.

Jetzt Kinder vor dem Hunger bewahren!

Infolge des Bürgerkriegs sind derzeit 1,5 Millionen Menschen im Südsudan auf der Flucht. Laut Unicef benötigen bereits eine Million Kinder im Südsudan unter fünf Jahren Behandlung gegen akute Unterernährung, 50.000 von ihnen könnten bis Jahresende an Hunger sterben. "Die Menschen brauchen dringend Nahrungshilfe in großem Maßstab, um die nächsten Wochen zu überleben", betonte Sieger. Derzeit geht im Südsudan die sommerliche Regenzeit zu Ende, die sonst übliche Erntezeit im Oktober fällt jedoch in vielen Regionen des Landes aus, aufgrund des Bürgerkrieges mit seinen Vertreibungen sowie wegen der Überschwemmungen durch die heftigen Regenfälle.

Caritas Helferin Michaela Sieger berichtet aus dem Südsudan: Blog - Caritas vor Ort

"Unsere Hoffnung ist, durch Verteilung von Saatgut den Betroffenen zumindest die übernächste Ernte zu ermöglichen, die im Dezember stattfindet", so Sieger. Die Saatgut-Verteilung ist deshalb neben der unmittelbaren Nahrungsverteilung eine der wichtigsten Hilfeleistungen der Caritas Österreich im Südsudan, gerichtet an die Zielgruppe der internen Vertriebenen wie etwa im Bundesstaat Jonglei. In einem großen Flüchtlingslager liefert die Caritas Österreich gemeinsam mit ihrer US-Partnerorganisation zudem Zelte, Küchenutensilien und Fischereiausrüstung. (Quelle: APA)