Neues Caritas Flüchtlingsquartier in Mattersburg

23.10.14 / 09:02

Neues Flüchtlingsquartier der Caritas Burgenland im Pfarrheim Mattersburg

„Mit der Hilfsbereitschaft der Mattersburger wurde ein wichtiges Signal gesetzt. Wir haben bereits weitere Anfragen von Pfarrgemeinden, die bereit sind, Flüchtlinge aufzunehmen“, freut sich Caritas Direktorin Edith Pinter. In Mattersburg werden bis Mitte Oktober bis zu 10 syrische Flüchtlinge aufgenommen.
Bis Mitte Oktober wird die Küche eingerichtet und die Zimmer mit Betten und Möbel ausgestattet. Zwei fünf- bis sechsköpfige Familien aus dem Kriegsgebiet Syrien können im Pfarrheim einziehen. Nach Österreich kommen im Moment pro Tag zirka 170 Flüchtlinge. Zu Jahresbeginn beherbergte Österreich 22.000 Flüchtlinge. Momentane Schätzungen gehen davon aus, dass es bis Ende des Jahres 29.000 sein werden. Im Mattersburger Pfarrheim wurden schon während der Balkankriege Flüchtlinge untergebracht. Organisationen wie die Mattersburger Pfarrcaritas, die schon damals engagiert waren, wollen sich auch jetzt wieder einsetzen, um Menschen, die zu Hause alles verloren haben, hier zu helfen.

Vorbild für andere Gemeinden im Burgenland

„Unser Burgenland hat 172 Gemeinden. Würde jede Gemeinde auch nur einer Familie Tür und Herz öffnen, könnten rund 700 Menschen, die vor dem Terror der IS-Milizen geflohen sind, hier bei uns ein neues Leben beginnen. Mattersburg setzt ein Signal, das hoffentlich auch andere Bürgermeister hören. Damit aus 10 bald 700 werden“ appelliert Uli Kempf, Leitung Kommunikation Caritas Burgenland.

Kooperation von Caritas Burgenland, Pfarre und Stadtgemeinde


Die Pfarre wird Wohnungen zur Verfügung stellen, die Gemeinde sorgt für den Umbau, das Land hat die notwendige Grundversorgung bereits zugesagt und die Caritas Flüchtlingshilfe wird die Betreuung übernehmen. „Es ist wichtig, dass sich die Kommunalpolitik der Thematik annimmt. Ich freue mich, dass der gesamte Gemeinderat die Unterbringung von 10 Kriegsflüchtlingen unterstützt", so Bürgermeisterin Ingrid Salamon. „Eine kleine Gruppe Menschen können wir in unserer Stadt gut integrieren. Die Stadtbewohner können sie kennenlernen, die Flüchtlinge können gemeinnützige Arbeiten verrichten um nicht nur herum sitzen zu müssen. Wir haben viele pensionierte Lehrer, von denen einige sich vorstellen können mit kleinen Gruppen Deutsch zu lernen. Ich bin mir sicher, dass wir hier gemeinsam helfen können“, sagt Kroiss.