EBOLA - Caritas Netzwerk in Westafrika

29.10.14 / 10:33

Westafrika ist vom bisher größten registrierten Ausbruch an Ebola-Virus-Infektionen seit den 70er-Jahren betroffen. Erste Ebola-Fälle waren in Guinea bereits im März dieses Jahres registriert worden. Rasch wurden auch die Nachbarstaaten von der Seuche erfasst. Die Caritas hilft vor Ort.
Der aktuelle Ebola-Ausbruch wurde bereits in mehreren Ländern Westafrikas zum Gesundheitsnotfall erklärt.

Die Weltgesundheitsbehörde (WHO, 08.10.2014) hat bestätigt, dass sich beim Ausbruch der Ebola mehr als 4.440 Menschen infiziert, 2.230 Menschen sind bereits ums Leben gekommen. Sofern die Kontrollmaßnahmen der Ebola nicht sich schnell verbessern, nehmen experten der WHO und des Imperial College London an, dass die Zahlen weiterhin stark steigen werden und, dass bis Anfang November mehr als 20,000 Menschen infiziert sein werden.

Sierra Leone ist am stärksten von der Epidemie betroffen und hat den Notstand ausgerufen. In Sierra Leone haben sich 2.455 Menschen mit Ebola infiziert, wovon bereits 725 ums Leben gekommen sind. (WHO, 08.10.2014). Auch Liberia hat die Epidemie zum nationalen Notfall erklärt und die Grenzen und die Schulen des Landes geschlossen. Laut WHO haben sich in Liberia 941 Menschen infiziert, 1018 Menschen sind bereits gestorben. Kritisch ist die Lage auch in Guinea: Ende August verzeichnet die WHO 587 Todesopfer und 1.044 infizierte Menschen.

Caritasnetzwerk vor Ort

Die lokalen Caritas Organisationen arbeiten mit den Regierungen der betroffenen Länder und mit UNICEF zusammen und konzentrieren sich auf die Bereitstellung von Informationsmaterialen zur Eindämmung der Epidemie. Caritas HelferInnen leisten in Städten, Slums und abgelegenen Dörfern vorwiegend Aufklärungsarbeit und versorgen die Bevölkerung mit Informationen über Hygienemaßnahmen um sich vorbeugend zu schützen. Zusätzlich werden Hygienepakete in vielen Dörfern ausgeteilt.

Caritas Sierra Leone


Die Nothilfe-Programme (Summe: 240.000 USD) der Caritas Sierra Leone wurden im Juli 2014 gestartet: In vier der am stärksten betroffenen Diözesen werden seit August für drei Monate Maßnahmen zur Behandlung der betroffenen Bevölkerung und zur Bekämpfung der Ausbreitung der Seuche auf die Nachbarstaaten getroffen. Maßgeblich an der Umsetzung beteiligt sind auch Vertreter aus dem Caritas Netzwerk, wie CRS, CAFOD und Trocaire in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium.
Durch die Unterstützung der verschiedenen Akteure sollen insgesamt knapp 62.000 Personen versorgt werden. Der Großteil der Arbeit umfasst Aufklärungsarbeit, weiters erhalten 28.000 Menschen ein Hygienepaket um sich so vorbeigend schützen zu können. Ein Hygienepaket enthält: einen Kübel, Chlortabletten und Seifen.

Mit der Hilfe von Ärzten und anderen Fachkräfte hat die Caritas Sierra Leone wichtige Aufklärungsarbeit in Schulen und Kirchen. Caritas Mitarbeiter, insbesondere Priester sind Vermittler geworden und arbeiten mit Krankenhauspersonal und Familien zusammen, um Bestattungsriten zu arrangieren, die der Familie Würde geben und gleichzeitig eine Ausbreitung vom Virus verhindern.

Caritas Guinea

In Guinea hat die Caritas Seife und Chlor an mehr als 100.000 Menschen ausgeteilt und geht von Tür zu Tür um das Bewusstsein zu schärfen. Zusätzlich wird eine weitere Verteilung von 144.000 Stück Seife und 28.800 Flaschen Chlor geplant.

Caritas Guinea ist ebenso in der Bekämpfung und Eingrenzung der Epidemie in Westafrika aktiv beteiligt und arbeitet mit dem Catholic Relief Service, Caritas Italien und Caritas Internationalis zusammen. Caritas Guinea hat mehr als 2.600 Radio-Spots auf 8 Kanäle (Französisch und lokale Sprachen) übertragen, die in ländlicheren Gebieten, wo es kein Fernseher gibt, viele Menschen erreichen können. Die Information über Händewaschen mit Seife sowie Wasseraufbereitung mit Chlor wird nicht nur durch das Radio übertragen, sondern auch durch die Leiter der Gemeinden, Flugblätter, Plakate und Reklametafeln der Bevölkerung übermittelt.

Caritas Liberia

Caritas Liberia konzentriert ihre Nothilfemaßnahmen in den Bereichen Aufklärung und  Sensibilisierung, Ausbildung von medizinischen Helfern, Verteilung von Hygienematerial (Seife, Eimer, Chlortabletten), Lebensmittel-unterstützung für Haushalte die unter Quarantäne sind sowie psychosoziale Beratung.

Weitere lokale Caritas Aktivitäten:

In vielen weiteren Ländern Westafrikas sind die lokalen Caritas Organisationen im Bereich Sensibilisierung und Prävention tätig. In Gambia zum Beispiel  macht die Caritas Aufklärungsarbeit in den Pfarren/Diözesen und Gesundheitszentren, um die Menschen zu sensibilisieren. Im Senegal nimmt die Caritas am Entwicklungsplan der Regierung Teil und ist mit dem deutschen Institut für medizinische Missionen in Kontakt.