Caritas zu Arbeitsmarktzugang für AsylwerberInnen

29.10.14 / 11:02

Caritas Präsident Michael Landau: "Menschen zum Nichtstun zu zwingen, ist unmenschlich. Wer legal hier lebt, soll auch legal arbeiten dürfen."

Die Caritas zeigt sich in einer ersten Reaktion erfreut über das Signal von ÖGB-Chef Erich Foglar, hinsichtlich der Verhandlungsbereitschaft der Gewerkschaft über Erleichterungen beim Zugang zum Arbeitsmarkt für AsylwerberInnen: "Es ist eine langjährige Forderung der Caritas, den Arbeitsmarktzugang für AsylwerberInnen in Österreich zu erleichtern. Der Vorstoß der Gewerkschaft ist sehr zu begrüßen", so Caritas Präsident Michael Landau.

Laut Gesetz ist der Zugang zu selbstständiger und unselbstständiger Arbeit drei Monate nach Zulassung zum Asylverfahren möglich. "Doch faktisch ist der Arbeitsmarktzugang bislang durch eine Reihe von Maßnahmen erheblich eingeschränkt", betont Landau. "Wir bleiben daher bei unserer Forderung, dass AsylwerberInnen nach sechs Monaten legalen Aufenthalts in Österreich auch legal arbeiten dürfen."

"Selbstverständlich müssen arbeitsrechtliche Vorschriften eingehalten werden, um Lohndumping zu vermeiden", so der Caritas Präsident weiter. "Befürchtungen, dass es zu einem Verdrängungswettbewerb am Arbeitsmarkt kommt sind aber unbegründet. Das Ersatzkraftverfahren stellt sicher, dass AsylwerberInnen nur nach erfolgter Prüfung der Arbeitsmarktlage eine Beschäftigungsbewilligen erteilt wird."

AsylwerberInnen bekommen eine zu besetzende offene Stelle nur nach einem Ersatzkraftverfahren, also wenn dafür weder ein/e arbeitsloser ÖsterreicherIn, noch ein/e AusländerIn mit Anspruch auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung, EU- oder EWR-BürgerIn mit Arbeitsmarktzugang, SchweizerIn oder türkische/r AssoziationsarbeitnehmerIn, AusländerIn mit unbeschränktem Arbeitsmarktzugang oder InhaberIn eines Befreiungsscheins oder einer Arbeitserlaubnis zur Verfügung steht.

Caritas Präsident Michael Landau: "Es darf nicht sein, dass Menschen im Rahmen des Asylverfahrens zum Teil jahrelang zum Nichtstun gezwungen sind und im Wartesaal des Lebens verharren müssen."