DR Kongo: Das Herz der Finsternis

20.07.15 / 13:40

Fünf Millionen Tote und noch immer ist kein dauerhafter Friede in Sicht. 75 Millionen Menschen in bitterer Armut, kein funktionierendes Kanalsystem, wenige Schulen und Spitäler. Das ist der zweitgrößte Staat Afrikas, die Demokratische Republik Kongo.

Die Mehrheit der Menschen lebt am Land in bescheidenen Hütten. Sie leben von dem was sie ernten. Ob die Familie genug zu essen hat, ob die Kinder in die Schule gehen können, ob sie Medikamente kaufen können - das hängt vom Ertrag ihrer Felder ab und meistens fällt der zu gering aus. Darum sind zwei Drittel der Bevölkerung mangelernährt. Besonders betroffen sind die Kinder: jedes dritte ist unterernährt und trägt auch noch als Erwachsener schwer an den Folgeerscheinungen.

Marie und Eloidie
Die Zwillinge wogen nur etwas mehr als fünf Kilo, waren schon stark apathisch und hatten Fieber. Mit 18 Monaten wiegen viele Kinder in Österreich das Doppelte. Schwester Scholastique nahm die zwei kleinen Mädchen und ihre Mama für vier Wochen stationär im Caritas Ernährungszentrum in Malweka auf. Zu Beginn erhielten die Kleinen Sojamilch in sehr geringen Mengen, um den bis auf die Knochen abgemagerten Körper nicht zu überfordern. Sobald sich der Organismus wieder darauf eingestellt hatte, begannen die Schwestern der Ernährungsstation die Kinder alle drei Stunden mit einem Brei aus Öl, Zucker, Mais und Soja zu füttern.

Wissen, was gut ist
In dieser Zeit wurde auch die junge Mutter über die ideale Zusammensetzung von Gerichten geschult. Nur ein Viertel der Mädchen auf dem Land schafft den Abschluss einer Volksschule. Die Mehrheit der Frauen kann weder lesen, schreiben oder rechnen. Sie wissen auch nichts über die ideale  Zusammensetzhung von Gerichten - mit Eiweiß, Kohlehydraten, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen. Mangelerscheinungen sind daher oft die Folge. Im letzten Jahr wurden 1.625 Schulungen zu diesem Thema abgehalten. Die Mütter lernen welche Lebensmittel am besten kombiniert werden, um eine ausgewogenen Mahlzeit für die Kinder zu erhalten.

 

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