Weihnachten ohne Papa

13.12.15 / 06:00

„Ich wünsche mir, dass Papa wieder zurückkommt, wir wieder gemeinsam in den Urlaub fahren und Mama nicht mehr so traurig ist“, steht im Christkindlbrief der 8-jährigen Marlene.

Der Brief an das Christkind – das ist für Mamas ein besonderes Erlebnis. Meistens verbunden mit sehnsüchtigen Kinderaugen und Zimtgeruch, erfüllt vom Glücksgefühl, seinen Lieben Freude schenken zu können.

Nicht so für die junge Karo. Sie entziffert Brief mit der krakeligen Schrift und den windschiefen Zeilen und versucht einfach nur Haltung zu bewahren. Egal wie ihr zumute ist: Nur nicht vor den Kindern in Tränen ausbrechen!

Einmal in die Hölle

Sie selbst wünscht sich vor allem eines: einen Neustart. Die Scheidung vom Papa ihrer beiden Kinder ist noch nicht einmal ein Jahr her. „Der Franz ist kein schlechter Mensch, aber mit der Sauferei ist alles den Bach hinunter. Immer wieder hat er versprochen damit aufzuhören und ich Depp hab´ ihm immer wieder geglaubt. Ich hab´ halt so gehofft, dass wir doch noch alle glücklich miteinander werden. Schon wegen der Kinder!“, erzählt sie der Caritas Sozialberaterin, Petra Frank, zu der sie nun regelmäßig in die Beratung kommt.

„Und dann ist er schon wieder mitten in der Nacht total betrunken aufgetaucht. Wir haben fürchterlich gestritten und dann ist er auf mich losgegangen. Mit den Fäusten hat er auf mich eingedroschen. Da war mir endlich klar: jetzt muss ich weg!“

Nach der Trennung herrscht das alltägliche und emotionale Chaos. Die Fehlstunden häufen sich, weil Karo niemanden hat, um die Kinder von der Schule abzuholen. Es dauert nicht lange und die gelernte Bürokauffrau verliert auch noch ihren Job. Das Verfahren zur Regelung der Alimente ist noch im Laufen, mittlerweile ist sie mit der Miete im Rückstand.

… und wieder retour

Mama zu sein ist nicht immer leicht. Und für Mamas wie Karo ist es noch schwieriger. Die Caritas unterstützt Mütter wie Karo durch Beratung & Betreuung in den Nothilfe- und Sozialberatungen im ganzen Land.

Karo ist eine von vielen Müttern im Burgenland, bei denen der Weihnachtsbaum karg bleibt. Prekäre Arbeitsverhältnisse, ein Zuwenig an familiärem Rückhalt und ein Zuviel an Schicksalsschlägen – auch das ist ein Rezept für Armut. Karo hat Angst vor dem ersten Weihnachtsfest – allein mit ihren Kindern. Sie sieht aber auch wieder einen Hoffnungsschimmer für das neue Jahr, weil sie weiß, dass sie auf Hilfe zählen kann.

Für Mütter mit einem ähnlichen Schicksal wie Karo wurde auch das erste Mutter+Kind=Haus der Caritas im Burgenland errichtet. Zwei Mütter und ihre Kinder werden Weihnachten schon in diesem neuen Zuhause feiern.

Im Mutter+Kind=Haus in Wimpassing erhalten junge Mamas eine individuelle Betreuung durch Sozialpädagogen, damit sie und ihre Kinder den Start in ein neues Leben schaffen.

Ihre Spende hilft:

Mit EUR 20,- kann eine Familie Lebensmittel für eine Woche einkaufen

Mit EUR 25,- statten Sie eine Familie mit zwei Kindern mit warmen gebrauchten Jacken und Wintermänteln aus dem CARLA Shop aus

Mit EUR 30,- ermöglichen Sie einer Mutter einen Monat lang, zumindest einen Raum ihrer Wohnung für die Kinder zu heizen.

Werden Sie Pate:

Mit EUR 33,- monatlich schenken Sie einer Mutter und ihren Kindern eine Nacht im Mutter+Kind=Haus.