Es braucht viele kleine Wunder

13.07.16 / 18:09

Es braucht viele kleine Wunder

Wenn Kinder hungern

Kein Regen seit eineinhalb Jahren. Die Ernte verdorrt, das Vieh verdurstet, die Vorräte aufgebraucht: 18 Millionen Menschen in Äthiopien stehen vor dem Nichts und sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Unsere Hilfe entscheidet über das Leben von rund einer halben Million akut unterernährter Kinder.

Zu klein, zu dünn, zu schwach: die Zwillinge von Fatiya sind gerade ein halbes Jahr alt. Mitten in die größte Dürrekatastrophe seit 30 Jahren hineingeboren zu werden ist kein guter Start ins Leben. „Die ersten 1000 Tage im Leben der Kinder sind entscheidend: Was sich auf Grund von Hunger nicht normal entwickelt, kann nie mehr aufgeholt werden“, erklärt Caritas Direktorin Edith Pinter.

Fatiya hatte sich in der sengenden Hitze mit ihren Babys im Arm auf den langen Weg zum Caritas Gesundheitszentrum Mullu gemacht. Hier werden Schwangere, Mütter und Kinder unter fünf Jahren versorgt.

Ein Maß für Hunger

Im Gesundheitszentrum wurden die Kinder untersucht und ihr Hunger messbar gemacht: Der Umfang der dünnen Oberärmchen misst deutlich weniger als 11 Zentimeter. Was jeder auf den ersten Blick sieht, wird nun offiziell: Sie sind schwer unterernährt und werden für drei Wochen stationär aufgenommen. Mit einer Spezialnahrung aus Mais, Soja, Zucker, Mineralstoffen, Salz und Vitaminen werden die Kleinen wieder aufgepäppelt. Die schlimmste Gefahr ist für die zwei Kleinen vorerst gebannt.

Was will die Caritas erreichen?

Bis 2018 will die Caritas die Ernährungssituation von 500.000 Menschen in den am meisten von Hunger betroffenen Ländern der Welt verbessern. „Hunger ist eine globale Tragödie, aber gemeinsam können wir helfen. Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Menschen verhungern!“, appelliert die Caritas Direktorin an die Hilfsbereitschaft der BurgenländerInnen.

Ein Wunder um 7 Euro

Für 15 Euro kann ein Baby einen Monat lang spezielle Aufbaunahrung bekommen.

Für 35 Euro erhält eine Bauernfamilie Saatgut für die nächste Ernte.