Überleben bis zur nächsten Ernte

21.07.16 / 15:15

Ararso ist Bauer und lebt mit seiner Frau und den fünf Kindern in der Nähe von Meki, zwei Autostunden südlich von der Hauptstadt Äthiopiens. Er ist stolzer Besitzer von einem Hektar Land, seine Familie muss aber hungern.

„Letztes Frühjahr habe ich Mais, Weizen und Teff gepflanzt. Doch dann blieb der Regen aus und ich musste zusehen, wie die gesamte Ernte auf den Feldern verdorrte. Das Vieh ist verkauft. Jetzt stehen wir vor dem Nichts“, klagt Ararso. Seine größte Angst: dass er seine größeren Kinder wegschicken muss.

Keine Arbeit
Um seine Familie vor dem Verhungern zu bewahren, verdingte er sich als Taglöhner und schnitt Brennholz. Nun sind so gut wie alle Holzvorräte aufgebraucht und damit auch seine letzte Einnahmequelle. In der Zwischenzeit ist die Nahrungshilfe – organisiert durch die Caritas – in Meki angelaufen. Jetzt kann er sich registrieren lassen und die zugeteilte Ration abholen: das sind 15 Kilo Mais und Weizen und Öl pro Familienmitglied für vier Wochen.

Hoffnung auf Ernte im November
Vor ein paar Wochen kam der erste Frühlingsregen. Die Caritas hat ihm Saatgut gegeben und er konnte sein Land bestellen. Bald soll nun der Mais wachsen. Seine größte Hoffnung: dass der Regen im Oktober nicht ausfällt. Bis zur ersehnten Ernte im November steht der Familie noch eine harte Zeit bevor und bis dahin ist sie auf jede Hilfe angewiesen.

Für 35 Euro erhält eine Bauernfamilie genügend Saat gut für die nächste Ernte.