Herbergssuche

16.12.16 / 12:43

Sie hörte das Kracken des Knochens, als seine Faust ihren Kiefer mit voller Wucht traf. Es war nicht das erste Mal. Schon seit Jahren hat er mit seinen Schlägen und Demütigungen viele kleine Löcher in ihre Seele gebrannt.

Mit zwei kleinen Kindern und einem gebrochenen Kiefer flüchtete die 22-jährige ins Sozialhaus. Raus aus der Beziehung und weg aus dem kriminellen Milieu. Schon bald fand sie eine tolle kleine Wohnung mit einer supergünstigen Miete.

Das Blatt schien sich zu wenden. Gemeinsam mit der Caritas Sozialarbeiterin versuchte sie die Scherben ihres Lebens wieder aufzusammeln und einen Plan für eine Zukunft für sich und ihre Kinder zu erarbeiten: ein Bett für die Kinder zu beschaffen, einen Kindergartenplatz zu organisieren, eine Lehrstelle zu suchen, um beruflich wieder Fuß zu fassen und einen genauen Haushaltsplan, damit die Mindestsicherung bis zum Ende des Monats auch reicht.

Doch nach ein paar Monaten kam der nächste Schlag: Beim Einzug in die billige Mietwohnung strahlten die neu getünchten Wände in Weiß. Jetzt waren sie von oben bis unten mit Schimmel überzogen. Das Jugendamt schritt ein: Die Kindeswegnahme stand unmittelbar bevor.

Und wieder stand sie mit dem Rücken zur Wand. Was konnte sie tun, um ihre Kinder behalten zu können? Die Kaution für eine neue Mietwohnung konnte sie sich nicht leisten. Zurück zum gewalttätigen Vater ihrer Kinder? Zurück zu ihrer Mutter, die nie viel für sie übrig hatte.

Hoffnung auf ein kleines Weihnachtswunder. Judith, die Caritas Sozialberaterin macht sich große Sorgen. Sie weiß nicht, wo Sabrina mit ihren Kindern untergetaucht ist. Sie hofft, dass die junge Frau sich wieder bei ihr meldet. Egal ob es ihr nun gut geht oder sie wieder Hilfe braucht. Sie wünscht sich inständig, dass die drei eine Herberge gefunden haben, wo sie bleiben können. Ein Zuhause für den Heiligen Abend mit Geschenken für die Kleinen, ein paar Keksen und Frieden für Sabrina.

Menschen wie Sabrina brauchen unsere Hilfe. Denn Wir ist größer als Ich und Hoffen ist größer als Verzweifeln.

Spenden: IBAN AT34 3300 0000 0100 0652, Kennwort: Menschen in Not im Burgenland