Wenn die Diagnose Alzheimer feststeht ...

24.09.17 / 12:00

Eine Hand sperrt die Tür auf.

Meine Eltern waren schon über 40 Jahre verheiratet. Papa war in den letzten Jahren langsam in seine eigene Welt abgedriftet. Langsam, leise und anfangs unbemerkt hat sich die Krankheit über ihn hergemacht.

Er spielte früher so gerne Karten. Nun hatte er meistens keine Lust dazu. Die einfachen Entscheidungen fielen ihm schwer: Kaffee oder Kakao zum Frühstück. …
Der ehemalige Frühaufsteher wurde zur Nachteule: eine Unruhe erfasste ihn und ließ ihn nach Mitternacht durchs Haus wandern.

Demenz nicht wahrhaben
Mama wollte  seine Demenz nicht wahrhaben und schimpfte, wenn er wieder einmal etwas vergaß. Anfangs wehrte er sich. Die Schlüssel habe er nicht verloren, jemand habe sie ihm gestohlen! Das wisse er ganz genau! Und verhedderte sich dabei in immer größere, unglaubwürdige Widersprüche. Verständnislos blickte ihn meine Mutter dann an und eine tiefe Kluft tat sich zwischen diesem alten, eingespielten Paar auf.

Als er dann bei seinen täglichen Spaziergängen zur  Bank ging, Geld behob und nicht mehr wusste, wohin es verschwunden war, half  kein Verleugnen mehr.  Für beide wurde das Leben leichter, als die Diagnose Alzheimer feststand. Wir zwangen ihn nicht mehr in unsere Welt, sondern holten ihn in seiner ab. Wir kämpften nicht mehr gegen seine vermeintliche Schwäche, sondern entwickelte Strategien, um im Alltag mit der Krankheit klar zu kommen.

Manchmal wurde es zu viel
So sehr sie ihn auch liebte und zärtlich betreute, manchmal wurde es ihr einfach zu viel.
Wir Kinder standen im Berufsleben und konnten nicht viel Zeit aufbringen. Wir erkannten aber, wie wichtig es ist, Mama davon zu überzeugen, dass sie auch auf sich schauen musste. Dass sie keine schlechte Gattin war, wenn sie sich persönlichen Freiraum schaffte. Anfangs reichte eine Heimhilfe, die regelmäßig nach Hause kam und auf Papa schaute, während Mama ihre Freundin besuchte.

Es dauerte lang, bis wir sie davon überzeugen konnten. Erst als sie erfuhr, dass diese Heimhilfe sogar vom Land Burgenland gefördert wird, um Angehörige zu entlasten, willigte sie ein.

Tipp zum Nachmachen

von DGKP Julia Hruby, Hausleitung im Caritas Haus St. Martin in Eisenstadt

Die verlorenen Hausschlüssel

Schlüssel können zu einer Nervenzerreißprobe werden, wenn sie einmal wöchentlich verloren gehen. Entweder findet man sie an den unwahrscheinlichsten Plätzen oder man wird Stammkunden beim Schlüsseldienst.

 

Hier mein Tipp zum Nachmachen:

Der Schlüssel kommt an ein Schlüsselband und wird an der vorderen Gürtelschlaufe des Hosenbunds fixiert. So befestigt kann man ihn sowohl in die Tasche stecken, als auch die Türen aufsperren. Und er kann nicht verloren gehen!

 

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