Der große Schritt aus dem Nichts

30.11.17 / 17:00

Obdachloser Mann trinkt aus Kaffeehäferl in Caritas Notschlafstelle

Not vor unserer Haustüre - 4 Seiten voll mit Armut

Die Zuckerseiten des Lebens hat Ulrich noch nie kennengelernt. Kein Schulabschluss, viele kleine Jobs als Hilfskraft, mal hier mal da. Zuletzt lieferte er Pizzas aus. Vor ein paar Jahren begannen die Anfälle. Plötzlich bekam er keine Luft mehr und wurde ohnmächtig. Eine fatale Krankheit für einen Berufsfahrer.

Krank & arbeitslos

Mit dem Verlust seines Job begann für Ulrich der freie Fall ins soziale Out. Mit seinem gesundheitlichen Handicap fand er keine neue Arbeit. Essen, Strom, Heizung und die Miete! Das ging sich finanziell nicht mehr aus. Mit der Delogierung stand er endgültig vor dem Nichts.

Ohne Dach über dem Kopf

Ulrich hatte nicht nur sein Zuhause verloren, sondern auch seine Selbstachtung. Er stopfte die paar letzten Habseligkeiten in einen Rucksack und schlug die Tür zu seinem alten Leben zu. Nach Wochen auf der Straße landete in der Caritas Notschlafstelle. Hier hatte er zumindest ein Dach über dem Kopf, bekam täglich eine warme Mahlzeit und fand Zeit, um sich auch gesundheitlich ein bisschen zu erholen.

Jeder Cent zählt

Während der Zeit in der Notschlafstelle sparte er jeden Cent, um die Kaution und die erste Miete für ein neues Zuhause zusammenzukratzen.

Jetzt lebt er wieder in seinen  eigenen vier Wänden und ist mächtig stolz darauf. Auf diesem Weg zurück hatte ihn Judith, die Sozialberaterin der Caritas Nothilfe begleitet. Sie klärte ihn über seine rechtlichen Ansprüche auf, gab ihm Gutscheine für den Caritas Laden, sodass er sich mit warmer Kleidung und Schuhen eindecken konnte. Auch ein  Bett und einen Kasten konnte er bei der Carla billig erstehen. Für den Rest der Einrichtung muss er noch sparen.

Nicht auf der Straße sterben Ulrich hat den großen Schritt aus dem Nichts geschafft. Jetzt kann er wieder hoffen, dass er nicht auf der Straße sterben muss.

Menschen wie Ulrich sind keine Sozialschmarotzer! Sie brauchen einfach Hilfe.

 

So wie diese 53.000 BurgenländerInnen, die von Armut und Ausgrenzung betroffen sind. 

 

Nächste Woche schlagen wir eine neue Seite der Armut auf.

3. Seite der Armut