Nie gewollt, nie bemuttert, nie geliebt

07.12.17 / 10:14

Symbolbild einer armutsbetroffenen Mutter mit ihrem Kind am Schoß

Foto: Jork Weismann

Not vor unserer Haustüre - 4 Seiten voll mit Armut

Unsichtbar für andere zu  sein – das war die friedlichste Form ihrer Existenz. Nie und von niemandem in dieser Welt gewollt, wollte auch sie nicht mehr existieren. Das Ticket für die Flucht aus ihrer Tristesse aus Gewalt und Vernachlässigung waren Drogen. Schon mit 15 Jahren hing sie an der Nadel. Mit 17 wurde sie schwanger. Ungewollt.

 

Wie ging es weiter? Wiederholte sich ihr Schicksal? War sie, die nie Liebe, Zärtlichkeit und Geborgenheit bekommen hatte, überhaupt fähig, etwas, das sie selber nie erlebt und gelernt hatte, ihrem kleinen Baby zu schenken?

 

Rückenwind für junge Mamis

Mama zu sein ist gar nicht so einfach. Und für Mamas wie Hannah ist es besonders schwierig. Im ersten Mutter+Kind=Haus Burgenlands finden alleinstehende Mamas, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, ein neues Zuhause und Beistand.

Hannah hatte hier die Chance, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, damit es nicht zum Schlimmsten kommt, die Kleine von ihr getrennt wird und als Pflegekind aufwachsen muss.

 

Hannahs Weg

Für die junge Mama war trotz ihrer Vergangenheit von Anfang an klar: Ihr Kind sollte es besser haben als sie. Sie stand einen ambulanten Entzug durch und ist bis heute clean.  Eine tolle Leistung, die sie ohne Motivation durch ihr Baby nicht so leicht geschafft hätte. Und das, obwohl jeder Tag für sie eine Herausforderung ist und das Geld kaum für das Nötigste reicht.

Füttern, Baden, Windeln wechseln, all das hat Hannah schnell gelernt. Schmusen, Streicheln, Blödeln und Spielen, aber gleichzeitig einem Kind die notwendigen Grenzen aufzeigen - das lernt man nicht in einem Tag.

Im Caritas Mutter+Kind=Haus stehen den jungen Müttern SozialpädagogInnen zur Seite, um mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen eine liebevolle Mutter-Kind-Beziehung zu entwickeln.

 

Mamis wie Hannah brauchen unsere Hilfe.

13.000 Kinder im Burgenland haben Hilfe genauso verdient, wie das Baby von Hannah.

 

Nächste Woche schlagen wir die 4. Seite der Armut auf.

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