Eröffnung von Caritas Notquartier für obdachlose Menschen: ZufluchtsRaum vor Kälte

21.12.17 / 09:34

Landesrat Mag. Darabos und Caritas Direktorin Mag. Pinter präsentierten neues Obdachlosen-Quartier für das Nordburgenland

Landesrat Mag. Darabos und Caritas Direktorin Mag.a Pinter präsentierten neues Obdachlosen-Quartier für das Nordburgenland

„Es war für uns eine schreckliche Situation: Wenn die Wettervorhersage vor Minusgraden warnte, wir wussten, dass draußen in der Kälte ein Mensch fror und wir keine Möglichkeit hatten zu helfen“, erläutert Edith Pinter, Caritas Direktorin, die bisherige Situation für obdachlose Menschen. Es gibt zwar die Caritas Notschlafstelle in Oberwart, jedoch ist dieses, mit 6 Betten ausgestattete Haus meistens vor allem im Winter voll belegt und der Bedarf im Nordburgenland konnte so nicht gedeckt werden.

Mit dem neuen Jahr wird das nun anders.
„Mit dem Ziel vor Augen, dass kein Mensch im Burgenland auf der Strecke bleiben soll, ist es nun gelungen, diese bisher unbefriedigende Situation für Obdachlose positiv zu verändern. Gemeinsam mit der Caritas Burgenland konnte ab Jänner 2018 in Eisenstadt mit dem Haus Franziskus ZufluchtsRaum für wohnungslose Menschen eine gute Lösung gefunden werden, die den Betroffenen, die kein Dach über dem Kopf haben, in ihrer Notlage hilft“, so Gesundheits- und Soziallandesrat Mag. Norbert Darabos, der diese Initiative von Seiten des Landes mit 100.000 Euro pro Jahr unterstützt und längerfristig weiterführen möchte.

Insgesamt konnten hier 10 Plätze für obdachlose Menschen geschaffen werden. Mit der Unterstützung des Landes finden hier volljährige, burgenländische Männer und Frauen mit österreichischer Staatsbürgerschaft, die wohnungslos oder akut obdachlos sind, Zuflucht und Betreuung.

Nicht nur ein Bett
Für einen Kostenbeitrag pro Person und Nacht von maximal 2 Euro findet man im Caritas ZufluchtsRaum mehr als nur ein Bett: Sozialarbeiter stehen den Menschen bei, führen Gespräche, analysieren gemeinsam das Wie und Warum der Notsituation und suchen nach Möglichkeiten, um einen Weg zurück in die Normalität, in ein selbstständiges Wohnen und Leben, zu finden. Deshalb ist der Aufenthalt im Caritas Haus Franziskus auch auf 12 Monate beschränkt.

Der Caritas ZufluchtsRaum im Haus Franziskus ist ab Jänner ganzjährig geöffnet und 24 Stunden pro Tag mit Caritas MitarbeiterInnen besetzt. Dadurch sind Akutaufnahmen jederzeit – auch am Wochenende – möglich.

Es stehen nun 2 Zufluchtsräume mit je 2 Betten und 1 Raum für Notunterbringungen mit 6 Betten für obdachlose Menschen zur Verfügung. Die Zimmer sind mit Tischen, Stühlen und mit versperrbaren Kästen ausgestattet. Zusätzlich kann ein Aufenthaltsraum, eine Teeküche, eine Waschküche und WLAN genutzt werden.

Zurück in die Normalität
„Wichtig ist uns, neben der Betreuung durch Sozialarbeiter, auch die Schaffung einer Tagesstruktur, die unseren BewohnerInnen wieder Halt gibt. Wir stellen daher – wenn notwendig – Lebensmittel zur Verfügung, möchten aber, dass die Menschen wieder lernen, für sich selber zu sorgen, indem sie kochen und waschen. Das ist ein erster und wichtiger Schritt vor und auch wieder zurück in ein eigenverantwortliches Leben“, erläutert die Caritas Direktorin.