Heimo, Katrin & Alina sagen DANKE!

13.11.18 / 11:12

Wie Wadenkrämpfe zu sozialer Gerechtigkeit führen können?

(von Heimo Neumaier)

Über Leidenschaften, Menschenrechte und Menschenpflichten. Was bewegte uns dazu unermüdlich 650 Kilometer und 13.000 Höhenmeter zurückzulegen? Was bewegte uns zum Weitergehen?

Wohnen ist ein Menschenrecht! Gleich zu Beginn dieses Dankestextes steht mein Credo: Als frischgebackener 18-jähriger Maturant begann ich meinen Zivildienst in der Caritas-Männernotschlafstelle Arche 38 in Graz. Aus einer idyllischen obersteirischen Gegend kommend, konnte ich zuerst dieses fassbare-geballte Ausmaß an sozialer Not und an sozialer Ungleichheit nicht begreifen. Ich war geschockt! Geschockt, dass in einem der reichsten Länder der Welt, Wohnungslosigkeit ein derart dominantes Thema darstellt.

Die Eindrücke in der Notschlafstelle und die Gespräche mit den Betroffenen hinterließen Spuren und Motivation: >>Menschenpflichten<<. Dieses Schlagwort beschreibt meinen weiteren Werdegang: Ich sah es als meine Menschenpflicht an weiterzugehen, Schritte in die richtige Richtung zu setzen, um dieses wichtige Thema anzugehen und anzusprechen. In der harten dreijährigen Praxis in einem Grazer Winternotquartier sah ich, dass ein warmes Bett bei Minusgraden oftmals sogar zwischen Leben und Tod entscheiden kann. Der Betroffenenkontakt in der sozialarbeiterischen Praxis war mir jedoch immer noch zu wenig: Mehrere Millionen Schritte mussten gesetzt werden! Ich musste die österreichische Bevölkerung über das Vorhandensein dieser ungemütlichen und unrühmlichen Thematik informieren!

So machte ich mich mit meinen ebenso ambitionierten Studienkolleginnen Alina und Katrin auf einen langen und beschwerlichen Weg. Vom tiefsten zum höchsten Punkt Österreichs, von Apetlon am Neusiedlersee auf den Großglockner, von ganz unten nach ganz oben.

Zum Start der Wanderung am Neusiedlersee angekommen, fragte ich mich mit einer von Sorgenfalten übersäten Stirn: „Wird dieses Projekt Wellen schlagen?“ „Werden wir und somit auch wohnungslose Menschen in Österreich gehört werden?“

Beides trat ein und du bist dafür mitverantwortlich! Dein Beitrag zu unserem Projekt half uns, ein unglaubliches soziales Ausrufezeichen gegen Wohnungslosigkeit in Österreich setzen zu können! Wir wurden wahrgenommen und eine Vielzahl von Menschen wurde darüber informiert, dass es Wohnungslosigkeit in Österreich gibt und zeitgleich schnellstmöglich etwas dagegen getan werden muss. Wir bewegten Österreich, mit unserer Leidenschaft, dem Sport. Die unglaublichen Erlebnisse während der 25-tägigen Tour kann ich schwer in Worte fassen. Katrin, Alina und ich können uns lediglich für jeden einzelnen Beitrag bedanken.

Während ich mir aufgrund des Erreichten und Geschehenen gerade mehrere Tränen wegwische, blicke ich nochmals nach vorne: Wir wurden während unserer Wanderung derart herzlich und mit offenen Armen von den Österreicher*innen empfangen. Diese Herzlichkeit würde ich mir auch gegenüber den wohnungslosen Menschen in Österreich wünschen, um sie erneut an unserer Gesellschaft teilhaben lassen zu können.

Auch bin ich wieder bei meinem Credo >>Wohnen ist ein Menschenrecht<< angelangt: Das Erreichen des Großglockners war ein sehr schönes Ausrufezeichen – aber es war erst der Anfang! Wir müssen weiterhin Solidarität zeigen, bei solchen Problematiken genauer hinschauen und den Ärmsten unserer Gesellschaft wieder Schritt für Schritt gemeinsam aufhelfen.

„Obdachlose Menschen sind für mich Helden. Helden des Alltags!“, sagte ich damals bei der Pressekonferenz am Neusiedlersee zum Start der Tour. Diese Held*innen müssen dabei unterstützt werden ein Leben in Würde führen zu können! Unser Kampf um soziale Gerechtigkeit geht also sicherlich weiter!

Abschließend sagen Katrin, Alina und ich nochmals „DANKE!“. Danke für deine Unterstützung zu diesem Projekt und danke für deinen Beitrag zu einem menschlicheren-lebenswürdigeren Österreich!