Frau U.'s täglicher Kampf um ihre Existenz

09.12.18 / 17:01

Zerbrochene Glasscheibe

Die Bremsen quietschten. In Zeitlupe scherte der Anhänger aus, kam näher und näher und krachte voll in ihre Autotür.

Als die Sanitäter die junge Frau bewusstlos aus dem Auto holten, sahen sie sofort, dass sie schwanger war. Es waren nur Sekunden, aber die veränderten ihr Leben. Mutter und ihr Ungeborenes überlebten, aber als sie im Krankenhaus aufwachte, konnte sie ihre rechte Körperhälfte nicht bewegen. Mühsam und Schritt für Schritt erkämpfte sie sich ihre Beweglichkeit zurück. Ihre rechte Hand blieb aber gelähmt.

Gewalttätiger Mann
Ihr Mann hatte kein Verständnis für ihre Situation. Das Baby nervte und in seinen Augen war sie ein Krüppel und "zu nichts mehr zu gebrauchen". Er wurde immer grantiger, lauter und irgendwann schlug er das erste Mal zu. Ein Jahr später landete sie wieder im Spital - er hatte sie krankenhausreif geprügelt.

Die Flucht gelingt
Kaum auf den Beinen, packte sie ihren Reisepass, die Urkunden und ihren Sohn und floh in den Süden des Landes. Heute lebt sie in einer kleinen Wohnung, versucht sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten und spart jeden Cent. Man könnte denken, dass diese Schicksalsschläge ausreichen, aber das Leben hatte für Frau U. noch weitere böse Überraschungen parat: Sie erkrankte mehrfach an Krebs und hatte heuer auch noch einen Herzinfarkt.

Kampf ums Überleben
Körperlich und seelisch schwer angeschlagen, überwand Frau U. ihre Scham und kam in die Caritas Nothilfe. Seit fünf Jahren wird sie nun von einer Sozialberaterin betreut. Trotz der vielen harten Prüfungen versucht Frau U. weiter, gegen alle diese Widrigkeiten anzukämpfen.

Hilfe in der Einsamkeit
Dank der Spenden an die Caritas bekommt Frau U. Gutscheine für Lebensmittel und für warme Kleidung von der Carla, die ihr Leben ein kleines bisschen erleichtern. Ihre Sozialberaterin macht sich aber große Sorgen, weil sie in ihrer Not auch immer mehr vereinsamt.
Menschen wie Frau U. brauchen unsere Hilfe. In den Caritas Sozialberatungen und Nothilfe finden sie ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Unterstützung, wenn mit ihrem Einkommen einfach kein Auskommen mehr möglich ist.

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