DR Kongo: Blind vor Hunger

19.07.19 / 15:00

DR Kongo. Das zweitgrößte Land Afrikas ist reich an Bodenschätzen, die Leute sind allerdings bitterarm. Die burgenländische Caritas Mitarbeiterin, Julia Widlhofer, hat vor einigen Wochen das zentralafrikanische Land besucht und im Caritas Ernährungszentrum Schwester Scolastique kennengelernt.

 

Mitten im Armenviertel
„Es sind nur 20 Kilometer, aber eineinhalb Stunde Fahrtzeit vom Präsidentenpalast im Zentrum bis zum Armenviertel am Rand der Hauptstadt Kinshasa. Unser Auto holperte langsam über die unasphaltierten, matschigen und menschüberfüllte Straßen, eskortiert von Straßenkindern, die laut fordernd und hungrig an unsere Scheiben klopften. Mit jedem Kilometer wurden für mich die Armut, die Not und das harte Leben der Menschen in diesem Land unfassbarer.“, schildert Julia Widlhofer ihre bedrückende Erfahrung.

 

Brei gegen den Hunger

Schwester Scolastique leistet im Caritas Ernährungszentrum wahre Sisyphusarbeit: Kaum ist eines dieser Babys nach Alter, Größe, Gewicht und Oberarmumfang erfasst, steht schon die nächste Mutter vor ihr und hofft auf Hilfe. Pro Woche untersucht und behandelt sie an die hundert Babys. Manche der unterernährten Kinder werden mit einem nahrhaften Brei aus Polenta, Erdnuss, Raupen und Wasser gefüttert und mit einem Vorrat an Milchpulver für die Mutter wieder nach Hause entlassen. Akute Fälle bleiben in der Station und werden mehrmals täglich mit Spezialnahrung aufgepäppelt. Entscheidend dafür ist, was das Maßband von Schwester Scolastique anzeigt: „Wenn der Umfang des Oberarms weniger als 11 Zentimeter beträgt, liegt eine akute Unterernährung vor. Dann kann schon eine kleine Infektion oder ein Durchfall zum Tod führen!“

 

Hunger macht blind

„Für manche Babys kommt die Hilfe zu spät. Sie haben schon grauen Star und sind bereits geistig oder körperlich zurückgeblieben. Deshalb ist die rechtzeitige Behandlung so wichtig!“, erzählt Schwester Scolastique und ist dankbar für die burgenländische Hilfe.

Schwester Scolastique

im Caritas Ernährungszentrum in der DR Kongo

Hier werden hungernde Babys dank Spenden wieder aufgepäppelt.

So können Sie helfen

10 Euro kostet ein nahrhafter Babybrei für 1 Monat
25 Euro kostet Saatgut & Werkzeug für eine Bäuerin
40 Euro kostet eine Ziege, die das Auskommen einer Familie sichert