25 Jahre Caritas BehindertenHeim Haus St. Stephan

09.08.19 / 15:11

Denn wir können auf euch zählen


Jeder in Oberpullendorf kennt das kleine Schloss, wenige Minuten vom Zentrum in einem Park gelegen, unter dem Namen Haus St. Stephan. Seit nunmehr 25 Jahren ist es (auch) das Zuhause von rund 18 Menschen mit Behinderung geworden. „Ein viertel Jahrhundert leben wir nun gemeinsam mit den Menschen in und aus Oberpullendorf. Im Laufe der Jahre haben an die 50 Personen bei uns in der Caritas ein zweites Zuhause gefunden. Das ist auch ein wunderschöner Anlass, um gemeinsam zu feiern!“, meint Caritas Dir. Edith Pinter.

So besonders wie die Menschen aus dem Caritas Haus St. Stephan, so besonders jubeln sie auch über das 25-jährige Bestehen: „Die OberpullendorferInnen haben ein großes Herz und haben von Anfang an mit berührender Selbstverständlichkeit unsere BewohnerInnen in der Gemeinschaft aufgenommen!“, freut sich die Caritas Direktorin.

Schen is do!
Über das gemeinsame Leben und die vielen netten Begegnungen im Ort weiß Frau Turtukowskyj, die Hausleiterin, viel zu erzählen. Johnny, zum Beispiel, liebt guten Café und nette Gesellschaft. Bei der „Jung-Herren-Runde“ im Michl findet er gleich beides. Wenn er dann mitten im Trubel sitzt, sein Kaffetschal schlürft, ist er glücklich und meint: „Schen is do!“

„Aba, aba holt!“,
meint Jan des Öfteren. Unausweichlich ist aber immer der Halt in der Bäckerei, wo er sich so gerne eine Topfengolatsche holt. Da wird der Bäcker auch schon mal mit einem „Braver Bub“ gelobt, wenn es besonders gut schmeckt.

I mog nit
Josi weiß meistens ganz genau, was sie will oder auch nicht will und ist nicht so leicht zufrieden zu stellen. Da braucht es schon die Charmeoffensive von Kellner Franz im Habe Dere und ein gutes Eis, um sie zum Schmelzen zu bringen.

I bin miad
Gottfried zählt zu den ältesten Bewohnern im Caritas Haus St. Stephan und verabschiedet sich schon öfters mit den Worten: „I bin miad – I geh rostn…“ Strahlend munter wird er bei Petra in der Schmyede bei einer Melange.

I werd Büagamasta von Wien
Jürgen ist politisch interessiert. Kein Wunder! Tauscht er sich doch regelmäßig mit dem Herrn Bürgermeister im Rathaus bei einem guten Espresso aus.

Die Prutschhosn
Pepi ist ein lieber und sehr angenehmer Zeitgenosse. Wenn er ankündigt: „A Prutschhosn leg i on, donn geh i schnorcha!“, duldet er keinen Kompromiss. Ohne eine lange Unterhose geht bei Pepi gar nix!

Dankend aus dem Leben gegriffen
Seit Anfang August hängen in vielen Schaufenstern in der Hauptstraße große Danke-Plakate vom Caritas Haus St. Stephan. „Im Rahmen unseres Jubiläums wollten wir die schönen Begegnungen unserer BewohnerInnen für alle sichtbar machen, aufzeigen wie normal, schön und bereichernd dieses Miteinander ist und den OberpullendorferInnen ganz laut und deutlich dafür Danke sagen!“, erklärt Theresa Turtukowskyj die Aktion.

Info Caritas Haus St. Stephan
Einst mittelalterlicher Adelssitz wurde das Schloss im Laufe seiner Geschichte als Gasthaus, als Gutshof und im 20. Jahrhundert als landwirtschaftliche Fachschule mit Internat verwendet. Nach dem Erwerb durch die Diözese Eisenstadt wurde im vorderen Teil das Bildungshaus und im hinteren Teil das Caritas BehindertenHeim St. Stephan eingerichtet. Mitzi, Gottfried, Pepi und Jürgen sind schon damals, im März 1994, eingezogen und gehören zum Urgestein des Hauses, in dem die Förderung der Individualität, der Selbstbestimmung und der Selbstständigkeit groß geschrieben wird.