Endlich ohne Angst

12.11.19 / 09:21

Eine Mutter sitzt mir ihrer Tochter und einem großen Teddy auf einer Mauer vorm Caritas Mutter+Kind=Haus.

„Ich dachte, es wäre Liebe“, murmelt Frau K. fast schon entschuldigend. Nach mehr als 20 Jahren ist vom damaligen Glück nichts geblieben. Heute ist sie mit ihrem Kind auf der Flucht vor dem Vater.

Bei der ersten Ohrfeige ihres Mannes glaubte sie an einen „Ausrutscher“. Weit gefehlt! Seine Wutausbrüche wurden häufiger und die Anlässe dafür immer nichtiger: aus Ohrfeigen wurden Prügel!

Aus Liebe
Das Zusammenleben wurde zum Martyrium. Sie weiß nicht mehr, wie oft sie ihn in diesen Jahren verlassen hat. Nach dem Prinzip „Hoffnung“ kehrte sie immer wieder zu ihm zurück. „Vielleicht kann er sich ja doch noch ändern! Wenn sein Chef ihn besser behandelt, wenn er endlich wieder einen Job bekommt, wenn wir die Schulden in den Griff kriegen, wenn er aufhört zu trinken... Außerdem war da noch meine kleine Tochter!“, versucht sie ihr Verharren in dieser Beziehung zu erklären.

Ein Ausstieg
Sie rutschte immer tiefer in diese emotionale und existenzielle Abhängigkeit. Im letzten Winter eskalierte die Situation. Wieder verließ sie ihn und fand bei einer Freundin Unterschlupf.

Es ist hart, sich eingestehen zu müssen, dass man über 20 Jahre seines Lebens den falschen Weg gegangen ist, vor den Trümmern seiner Existenz steht und sein Leben von Null an wieder aufbauen muss.

Wie richtet man jemanden auf, der so am Boden liegt? Wie hilft man jemanden, sich endlich selbst zu helfen?

Mit Unterstützung der Freundin überwand sie ihr Schamgefühl, raffte sich auf und gemeinsam gingen sie zur Nothilfe und Sozialberatung der Caritas.

Schutz dank der Caritas
In einem Caritas Mutter+Kind=Haus fand sie eine sichere Bleibe und professionelle Hilfe, um sich aus dieser fatalen Abhängigkeit zu lösen und neue Perspektiven zu finden.

Pläne für die Zukunft
Heute träumt Frau K. von einer kleinen Mietwohnung für sich und ihre Tochter. Der Weg dorthin ist steinig. Petra, ihre Caritas Sozialberaterin steht aber hinter ihr. Sie hilft bei Behördenwegen, klärt rechtliche und finanzielle Ansprüche, hört geduldig zu, gibt ihr Kraft und macht ihr Mut. Frau K. braucht diese Unterstützung, um Schritt für Schritt wieder in ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben
zurückzufinden. In ein Leben ohne Angst und ohne Gewalt.

 

Helfen auch Sie mit, die Armut zu verhindern

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