Rumänien: 30 Jahre danach

05.02.20 / 08:50

Caritas Direktorin Edith Pinter und Caritas Pressesprecherin Uli Kempf beim Spendenaufruf für Kinder in Not

Kinder im Armenhaus Europas

Sie gehen hungrig zu Bett, frieren, können keine Schule besuchen oder landen gar auf der Straße. Alleine in Rumänien sind mehr als 1,8 Millionen Kinder von Armut betroffen. Dank der burgenländischen SpenderInnen hilft die Caritas seit nunmehr 30 Jahren den Ärmsten der Armen in Rumänien.

Burgenländische SpenderInnen haben ein Herz für Kinder in Not! Schon kurz nach der Revolution in Rumänien wurde von einer großartigen Frau – Elfriede Schweifer – Caritas Pionierarbeit geleistet und unter schwierigsten Bedingungen aus einem verfallenen Pfarrhof ein Waisenhaus geschaffen. Damals, vor rund 30 Jahren, fanden Straßenkinder und ausgesetzte Babys ein neues Zuhause im Caritas Waisenhaus. In einem Land, wo auch heute noch jedes dritte Kind in Armut leben muss, wurden rund 70 Kinder vor dem Schicksal eines Straßenkindes gerettet! Das war nur mit Hilfe burgenländischer SpenderInnen möglich.

„Vor 30 Jahren haben wir in Rumänien Waisenkinder von der Straße und aus den Krankenhäusern geholt, heute hat sich die burgenländische Hilfe auf insgesamt fünf Caritas Kinderzentren ausgeweitet, um Kindern in den ärmsten Regionen ein warmes Essen, gewaschene Kleidung, Hilfe beim Lernen und eine Dusche mit Seife zu ermöglichen“, berichtet Caritas Direktorin Edith Pinter von der aktuellen Situation in dem zweitärmsten EU-Land.

Kinder im Armenhaus Europas

Keine Dusche, kein WC, kein warmes, fließendes Wasser und auch keinen Strom. Unter diesen Bedingungen wächst der sechsjährige Adrian auf. Gemeinsam mit seinen Eltern und seinen vier Geschwistern teilt er sich zwei Zimmer in einem verfallenen Haus in Nadrag, einem kleinen Ort in der Nähe von Temesvar. Sein Zuhause besteht aus einer Küche und einem 20-Quadratmeter-Zimmer zum Essen, Wohnen und Schlafen. Der Vater ist Taglöhner, meist am Bau in der Stadt. Doch oft gibt es im Winter keine Arbeit, dann sitzt die Familie tagelang im eiskalten Zimmer ohne wärmende Suppe.

Auch 30 Jahre nach der Revolution sind vor allem die ländlichen Regionen wenig entwickelt, verfügen über mangelnde Infrastruktur und sind geprägt von Abwanderung. Die Kinder von 1989 sind mittlerweile meist selbst Eltern.

Hilfe hilft

Marinela war eine der 70 Sozialwaisen, die mit burgenländischer Hilfe ein Zuhause, gesunde Ernährung, Ausbildung und Förderung bekamen. Das Mädchen wurde als Neugeborenes von ihrer Mutter im Krankenhaus einfach zurückgelassen. Kein einfacher Start ins Leben: ohne Mutter, ohne liebevolle Fürsorge und schwer sehbehindert. Im Waisenhaus wurde dann alles besser und sie entwickelte sich zu einem fröhlichen Mädchen.

Und heute? Marinela ist Mama geworden, hat zwei süße, kleine Kinder und lebt gemeinsam mit ihrem Mann im Haus seiner Großeltern. Trotz ihrer Sehschwäche führt sie den Haushalt ganz alleine. Es war kein einfacher Weg vom ungewollten und verlassenen Baby zur jungen Frau, die ihren Platz im Leben gefunden hat.

Danke an die burgenländischen SpenderInnen, die dies ermöglicht haben!

387 Millionen Kinder ohne Kindheit

Jedes fünfte Kind, beziehungsweise 387 Millionen Kinder, leben laut UNICEF weltweit so oder so ähnlich wie Adrian. Sie befinden sich in einer Krisensituation. Sie haben nicht genügend Nahrung, kaum Zugang zu Bildung oder medizinischer Versorgung und oft nicht einmal ein Dach über dem Kopf. Auch in der Europäischen Union gibt es Kinder, die gar kein Zuhause haben.

Laut der Kinderrechtskonvention haben Kinder das Recht darauf, in einer Familie aufzuwachsen. Das Recht auf Schutz und Sicherheit, auf Nahrung und Bildung. „Als Caritas ist unser Ziel klar: Wir wollen allen Kindern eine hoffnungsvolle und gute Zukunft ermöglichen. Gemeinsam müssen wir Kinderrechte im In- und Ausland stärken und zu ihrer Umsetzung beitragen“, betont die Caritas Direktorin. Helfen wir gemeinsam mit, allen Kindern ihre Rechte sicherzustellen.

Bildung > Armut

„In unserer langjährigen Arbeit mit Kindern weltweit sehen wir immer wieder: Bildung ist das effektivste Mittel gegen Armut. Wer die Schule absolviert, hat als Erwachsener höhere Chancen, eine Arbeit zu finden und davon leben zu können. Bildung ist nicht nur für jedes einzelne Kind, sondern für die Entwicklung der gesamten Gesellschaft wichtig. Durch Bildung gelingt es ganzen Familien, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Oft gibt es viele Hindernisse auf dem Weg zu einer abgeschlossenen Schulbildung. Immer mehr Kinder brechen daher die Schule ab“, so Caritas Direktorin Edith Pinter.

Laut UN-Kinder-Hilfswerk UNICEF gehen rund 124 Millionen Kinder weltweit aktuell nicht in die Schule, und knapp 40 Prozent der Kinder, die die Volksschule abschließen, können nicht ausreichend lesen, schreiben oder einfache Rechenaufgaben lösen.

Caritas Burgenland hilft Ärmsten der Armen in Rumänien

Noch immer gibt es viel Not und Leid im EU-Land Rumänien. In Rumänien ist jedes dritte Kind von Armut und Ausgrenzung betroffen, das sind mehr als 1,8 Millionen. Bereits vor 30 Jahren wurde vom Burgenland aus eine Brücke der Herzlichkeit ins Armenhaus Europas gebaut. Viele der burgenländischen SpenderInnen sind von Beginn an Pate oder Patin, die durch ihre monatliche Unterstützung den Waisenkindern im Casa Wetschehaus ein Zuhause und eine Zukunft geben.

In den fünf Caritas Kinderzentren in Rumänien bekommen die Kleinen nicht nur warmes Essen, Liebe und Geborgenheit sowie medizinische Versorgung. Die Kinderzentren geben den Kindern auch ein Gefühl der Sicherheit, des friedlichen Miteinanders und neue Perspektiven für die Zukunft. Sie werden sozialpädagogisch versorgt und können die Schule besuchen.

„Unsere Hilfe kommt an und macht das Leben Kindern in Not wieder um Vieles lebenswerter. Wir wollen daher so vielen Sorgenkindern wie möglich im ärmsten Land Europas helfen und diese Projekte mit der tatkräftigen Unterstützung aus dem Burgenland fortsetzen“, betont die Caritas Direktorin.

Schon wenig kann viel bewirken

Jede Spende hilft, so wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Es braucht aber viele Tropfen, bis ein Kind mit dem Dringendsten versorgt ist.

Patenschaften für Kinder sind wie ein warmer Dauerregen, die die kleinen Pflänzchen ohne Dürre groß werden lässt.

So können Sie helfen

Kinderzentren in Siebenbürgen

Mit 20 Euro schenken Sie einem Kind täglich einen Monat lang eine warme Mahlzeit in einem der Caritas Kinderzentren in Rumänien.

Casa Wetschehaus in Temesvar

Mit 50 Euro ermöglichen Sie einem Kind ein Monat lang eine warme Mahlzeit, Hilfe beim Lernen und einen Platz zum Spielen im Casa Wetschehaus.

Kindergarten Vukovar

Mit 30 Euro können Sie das Friedensprojekt von unserem Diözesanbischof im multiethnischen Kindergarten in Vukovar, Kroatien unterstützen.

Schenken Sie Kindern in Not mit Ihrer Spende ein Lächeln

  • Der kleine Adrian kann wieder lachen.

    Der kleine Adrian kann wieder lachen.

  • Ema bekommt Hilfe im Caritas Kinderzentrum.

    Ema bekommt Hilfe im Caritas Kinderzentrum.

  • Unsere Marinela mit ihrer Familie

    Unsere Marinela mit ihrer Familie

  • Typisches Haus in einem armen rumänischen Dorf

    Typisches Haus in einem armen rumänischen Dorf

  • Adrian im Caritas Kinderzentrum in Rumänien lacht in Kamera
  • Die kleine Ema bei sich zuhause
  • Familie vom ehemaligen Waisenkind Marinela in Rumänien
  • Typisches Haus in einem armen Dorf in Rumänien