Die Schwächsten trifft es doppelt

27.03.20 / 14:07

Alle sind von der Corona-Krise betroffen. Mindestpensionisten, pflegebedürftige Mensch, von Armut betroffene Familien, die nun auf engsten Raum miteinander auskommen müssen oder Menschen ohne Zuhause, die auf der Straße leben müssen – all diese Burgenländer trifft es mit voller Wucht.

Corona-Akut-Hilfe

„Wir haben deshalb die Corona-Akut-Hilfe für BurgenländerInnen ins Leben gerufen!“, erklärt Caritas-Direktorin Edith Pinter. Nothilfe und Lebensberatung wird nun telefonisch abgewickelt. Unsere Sozialberaterinnen beispielsweise, rufen vorsorglich alleinstehende, von Armut Betroffen an. Mit der Einrichtung der Caritas Hotlines wurde eine Möglichkeit für „begegnungslose“ Hilfe geschaffen.

„Begegnungslose“ Hilfe

„Wir von der Nothilfe sind ebenso von den Sicherheitsmaßnahmen betroffen und arbeiten nun von zu Hause aus. Wir konzentrieren uns in erster Linie auf unsere älteren, alleinstehenden Klienten, rufen aktiv an, fragen nach, wie es geht und ob sie etwas brauchen. Wir hören dann auch von dramatischen Situationen, wenn nun, gegen Ende des Monats, bei manchen sogar der Kühlschrank leer ist!“, schildert Petra Frank, Caritas Sozialberaterin, die Lage.

Hilfe für Hilflose

Eine Klientin der Caritas, nennen wir sie hier Frau S, ist 72 Jahre und wohnt alleine in Eisenstadt. Sie lebt mehr schlecht als recht von einer Pension in Höhe von 880 Euro. Wenn Miete, Strom, Wasser und sonstige Gebühren bezahlt sind, bleibt nicht allzu viel übrig.

Immer wenn etwas kaputt ging, Reparaturkosten das kleine Budget zusätzlich belasteten oder sie dem Sohn ein kleines Geschenk machen wollte, musste sie es sich sprichwörtlich vom Mund absparen.

Jetzt in dieser Ausnahmesituation kann sie nicht mehr persönlich in die Caritas Sozialberatung kommen, wo sie dann zum Beispiel Lebensmittel bekam.

„Normalerweise kommt mein Sohn und erledigt für mich die Einkäufe. Jetzt sitzt er wegen der Corona-Krise in Salzburg fest und ich sitze hier alleine da!“, weint sie sich bei der Sozialberaterin aus. „Die Einsamkeit drückt die Menschen oft mehr nieder, als alles andere!“, meint die Caritas-Betreuerin, versucht zu trösten und verschickt zusätzlich noch Gutscheine, mit denen ein lieber Nachbar von Frau S. dann die Lebensmittel einkaufen geht.

Petra Frank: „So schaut Hilfe in Zeiten von Corona aus. Vieles was wir uns vorher nicht vorstellen konnten, funktioniert. Weil wir jetzt mehr aufeinander schauen und wir wissen: es geht nur miteinander!“

Ihre Spende hilft in der Krise!