Der letzte Funke Selbstachtung

03.12.20 / 14:47

Von der Scheidung ins Nichts. Brigitte weiß was es heißt, plötzlich arm und alleine zu sein. 

„Arbeiten gehen ist Männersache. Du kümmerst dich um den Haushalt“, hörte Brigitte immer wieder ihren Gatten sagen. Und so geriet sie über die Jahre hinweg mehr und mehr in die Abhängigkeit ihres Ehemannes. „Das war halt bei uns so“, erinnert sich die heute 68-Jährige zurück, die sich fast 30 Jahre hörig ihrem Mann aufopferte. Doch von einem Augenblick auf den anderen brach ihr bisheriges Leben wie ein Kartenhaus auseinander. Ihr Ehemann wollte einfach nicht mehr mit ihr zusammen sein, reichte die Scheidung ein und setzte sie vor die Haustüre. 

Von der Einsamkeit in die Armut

Was bleibt. Nichts, außer Verzweiflung. Kein Haus, kein Mann, keine Kinder, keine Arbeit, kein Geld. „Immer wieder hoffte ich, es sei nur ein böser Alptraum, von dem ich wieder aufwachen würde. Doch anstatt im Bett ihres trauten Heimes öffnete die Frau ihre Augen im Frauenhaus. Brigitte verstand die Welt nicht mehr. Was hat sie nur falsch gemacht?

Gemeinsam aus der Krise

In ihrer Verzweiflung suchte sie bei der Caritas um Hilfe. Dort fand sie sofort ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Unterstützung. Die Sozialberaterin gab ihr Lebensmittelgutscheine als Überbrückungshilfe, half ihr beim Antrag auf eine Mindestpension und unterstützte sie bei der Wohnungssuche. Brigitte hat die Scheidung noch immer nicht ganz überwunden, versucht aber mit aller Kraft aus dem schwarzen Loch, in das sie gefallen ist, wieder rauszukommen. Mit viel Glück und Unterstützung der Caritas fand sie eine kleine, aber leistbare Wohnung. „Ich bin so dankbar, denn ohne die Hilfe der Caritas wäre ich alleine und verzweifelt mit meiner Not. Sonst hätte ich meinen letzten Funken Selbstachtung verloren.“

Weihnachten im Lockdown?

 Caritas Direktorin Edith Pinter über sinnvolle Weihnachten:

„Wir wissen, dass Weihnachten heuer anders sein wird. Der Lockdown zwingt uns schon jetzt, zuhause zu bleiben, uns zurückzuziehen. Schauen wir gerade jetzt auf die Menschen unter uns, denen es nicht so gut geht. Verschenken Sie doch zum Beispiel einen vollen Einkaufswagen für Bedürftige oder eine Schultasche voller Zukunft für ein armutsbetroffenes Kind.“

Spenden Sie ein Einkaufswagerl