Verhext und halb verhungert

Unterernähtes Baby im Arm der Mutter im Gesundheitszentrum in Malweka

Unterernährte Babys werden im Gesundheitszentrum wieder aufgepäppelt.

Seit Jahrzehnten versinkt die DR Kongo in Armut, Krieg, Gewalt und Korruption. Unvorstellbare Menschenrechtsverletzungen wie Massenvergewaltigungen oder Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten stehen auf der Tagesordnung.

 

Über zwei Drittel der Kinder können nicht zur Schule gehen, sind unterernährt und leben in absoluter Armut. Für 10.000 Menschen steht im Durchschnitt nur ein Arzt zur Verfügung. Wen wundert es, dass in der DR Kongo viele Kinder schon vor ihrem 5. Lebensjahr sterben und das Land - statistisch gesehen - auf dem traurigen Platz 1 im Ranking der Kindersterblichkeit steht.

 

Über 600 Babys gerettet
Vieles geht den geistlichen Krankenschwestern im Gesundheitszentrum in Malweka - einem Vorort der Hauptstadt Kinshasa - aus. Nur nicht die Arbeit. Laut einer Erhebung sind in dem Gebiet mehr als 3.000 Kinder im Alter von 0-5 Jahren akut unterernährt. Das Gesundheitszentrum ist die einzige Einrichtung in der Gegend, die sich um unterernährte Kinder kümmert. Durch die Unterstützung der Caritas werden dort jährlich rund 600 Kinder behandelt und vor dem Verhungern oder den langfristigen Folgeschäden des Hungers gerettet.

Im 3-Stundentakt zurück ins Leben
Die Kinder werden ein bis zwei Wochen lang stationär betreut und mit einem besonders nahrhaften – lokal produzierten – Brei aufgepäppelt. Diesen erhalten die Kinder nach einem strengen Ernährungsplan alle drei Stunden, auch in der Nacht. Nach ihrer Genesung müssen ihre Eltern zumindest drei Monate lang wöchentlich mit den Kindern zur Nachuntersuchung kommen. Insgesamt werden neben den 600 unterernährten Kindern jedes Jahr 11.000 kranke Menschen im Gesundheitszentrum in Malweka gepflegt und 1.900 Babys kommen zur Welt und schreien zum ersten Mal nach Milch.

Vorbeugen statt heilen
„Wir haben deshalb mobile Gesundheitsteams geschaffen, die die Familien zuhause besuchen und beraten. Eine wesentliche Aufgabe ist die vorsorgliche Gesundheitsaufklärung, damit  Kinder erst gar nicht in diese lebensbedrohliche Situation geraten. Oft kann man mit einfachem Mitteln viel bewirken“, fährt die engagierte Don Bosco Schwester fort. Trotzdem starben im letzten Jahr zwei Kinder an Unterernährung, weil ihre Eltern sie zu spät ins Gesundheitszentrum in Malweka brachten. „Solche Fälle machen mich immer sehr, sehr traurig“, sagt Schwester Petronille nachdenklich. „Ich frage mich dann, ob wir das verhindern hätten können. Aber dann sehe ich die vielen Kinder, denen wir bisher geholfen haben und die gesund und munter herumlaufen und dann weiß ich, es lohnt sich jede noch so kleine Anstrengung, um weiter zu machen!“

Mit Ihrer Spende von 20 Euro geben sie einem Baby in Malweka eine Chance zu überleben.