Balaskovics: „Streichungen und Kürzungen auf Kosten der Schwächsten dürfen auch im Burgenland nicht Teil der Lösung bei den kommenden Regierungsverhandlungen sein.“
Steigende Kosten bei Wohnen, Energie und Lebensbedarf haben viele Menschen in Notsituationen gebracht. Die Landesregierung hat hier in den vergangenen Jahren einige positive Maßnahmen gesetzt, die es gilt weiterzuführen „Leider sehen wir in unserer täglichen Arbeit, dass die Nachfrage von Menschen in Notsituationen stetig steigt, nämlich auch dort wo die Unterstützung der öffentlichen Hand nicht ausreicht. Für uns ist klar, dort wo die Gefahr der Armut steigt, dort wo Menschen in Not sind, braucht es auch mehr Hilfe“, betont Caritas Direktorin Melanie Balaskovics. „Hier sind wir als Hilfsorganisation besonders gefordert.“
Wir appellieren daher an die verantwortlichen Personen, die Verhandlungsteams von SPÖ und Grünen, folgende Themen dringend mit an den Verhandlungstisch zu nehmen:
- Fortführung und Sicherstellung des„ Wärmepreisdeckels“ und des „Mietpreisdeckels“ über 2025 hinaus
- Sicherung der Obdachlosenhilfe
- Angebote für psychisch Erkrankte in Notsituationen
Obdachlosigkeit im Burgenland ist Realität
Die Caritas blickt mit Sorge auf den Bereich der Obdachlosenhilfe, denn entgegen der steigenden Nachfrage wurden die finanziellen Zuschüsse nicht entsprechend erhöht. Viele notwendige Projekte in der Akut- und Nothilfe für obdachlose Menschen sind teilweise oder zur Gänze spendenfinanziert. Der Fortbestand vieler Hilfsleistungen der Caritas für obdachlose Menschen im Burgenland kann aber nur mit ausreichenden Mitteln gesichert werden. Zudem wäre eine Delogierungsprävention wünschenswert, damit die Betroffenen bei einer Räumungsklage fachlich begleitet werden können.
Angebote für psychisch Erkrankte in Notsituationen
Zudem braucht es entsprechende niederschwellige sozialarbeiterische Angebote und Anlaufstellen für Betroffene mit psychischen Erkrankungen mit multiplen Diagnosen (Sucht- und psychiatrische Erkrankungen). Mehr als ein Drittel aller Hilfesuchenden in der Obdachlosenhilfe haben eine psychische Erkrankung. Auch Beobachtungen aus dem Joballtag in den Caritas Sozialberatungsstellen führen uns vor Augen, dass immer mehr Menschen mit psychischen Problemen wie Angstzuständen oder Depressionen zu kämpfen haben.
Abschließend möchte ich festhalten: „Streichungen und Kürzungen auf Kosten der Schwächsten dürfen auch im Burgenland nicht Teil der Lösung bei den nun beginnenden Regierungsverhandlungen zwischen SPÖ und den Grünen sein“, so Balaskovics.
