Zwei Frauen und ein Mann mit Blumenstrauß und Brot

Erweitertes Angebot für Menschen mit Behinderung

Eigene Wohneinheit und Werkstätte für zusätzlich sechs Klient*innen im Autismus Spectrum im Haus St. Stephan in Oberpullendorf.

Seit nunmehr 28 Jahren finden im Caritas Haus St. Stephan in Oberpullendorf Menschen mit Behinderung Betreuung und ein Zuhause. Aufgrund der steigenden Nachfrage und den speziellen Betreuungsbedürfnissen von Menschen im Autismus Spektrum wurde das Angebot nun erweitert. Im März startete die Caritas im Haus St. Stephan mit einer neuen Gruppe für Menschen im Autismus Spektrum. Die Klient*innen werden dort von einem multiprofessionellem Team an sieben Tagen die Woche 24 Stunden am Tag betreut. Die zusätzliche Wohneinheit bietet Platz für sechs Personen im Autismus Spectrum. Gestartet wurde mit vier Klient*innen, die nächsten zwei werden demnächst einziehen.

Eigene Wohneinheit für Menschen im Autismus Spektrum
"Wir freuen uns, dass im Haus St. Stephan Menschen im Autismus Spektrum ein neues Zuhause finden, wo sie optimale und ganzheitliche Betreuung entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten bekommen werden“, betont Caritas Direktorin Melanie Balaskovics. „Dank der Kooperation u.a. mit dem Land, ist es die erste Einrichtung mit diesem speziellen Angebot im Burgenland.“

„In Österreich leben rund 85.000 Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung. Corona machte es den Betroffenen und ihren Angehörigen nicht leichter. Viele betroffenen Menschen wurden depressiv, zogen sich vollständig zurück und benötigten noch mehr Hilfe als vor der Pandemie. Daher bin ich stolz darauf, dass die Caritas mit der finanziellen Unterstützung des Landes eine im Burgenland einzigartige Einrichtung geschaffen hat", so Landesrat Leonhard Schneemann. Ziel ist es, den bis zu sechs Klientinnen und Klienten eine bestmögliche Förderung und adäquate Betreuung zu bieten. "Der Weg zu mehr Inklusion geht selbstverständlich nicht von heute auf morgen. Dennoch ist jede weitere Einrichtung wichtig, um das Ziel zu erreichen", sagte Schneemann.

Werkstätte in geschütztem Raum
„Neben dem speziell eingerichteten Wohnbereich steht den Klient*innen auch eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte und angepasste Werkstätte zur Verfügung. „Dort wird gepuzzelt, gemalt und spielerisch geübt“, erklärt Lisa Milkovits, Caritas Bereichsleitung für Behinderung und Inklusion. In diesem Raum findet jeder einen persönlichen und geschützten Bereich vor, sodass niemand einer zu großen Reizüberflutung ausgesetzt wird. Gleichzeitig bleibt man aber trotzdem in der Gruppe integriert.“

Neben dem Bereich für Menschen im Autismus Spectrum gibt es ein weiteres neues Angebot im Caritas Haus St. Stephan: Der Snoezelen Raum.Snoezelen (kommt aus dem Holländischen) bedeutet „snuffelen“ (etwa: schnuppern, schnuffeln) und „doezelen“ (dösen, schlummern). In einem eigens eingerichteten Raum soll Wohlbefinden erzeugt werden, dort werden bequem liegend oder sitzend, umgeben von leisen Klängen und Melodien, Lichteffekte betrachtet. Ein gezielt ausgesuchtes Angebot steuert und ordnet die Reize, weckt Interesse, ruft Erinnerungen hervor und lenkt Beziehungen. In der ruhigen Atmosphäre werden den Menschen so Ängste genommen und sie fühlen sich geborgen. Dabei wird Wohlbefinden erzeugt, das beim Stress- und Aggressionsabbau hilft und die Kreativität erweckt.

Im Haus St. Stephan werden in individuell eingerichteten Wohneinheiten insgesamt 24 Bewohner*innen durch professionelle Rundumversorgung in allen Belangen des täglichen Lebens begleitet und betreut. Im Tageszentrum werden von Montag bis Freitag verschiedene Beschäftigungsprogramme für 27 Personen angeboten. Dieses Projekt wird unterstützt vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, den Ländern und der Europäischen Union.

Kontakt

Michaela Sieger MA

Pressesprecherin

Kathrin Siffert BA

Leitung Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising