Zwei Frauen in einer Beratungssituation

Strom in der Wohnung und Essen im Kühlschrank können sich immer mehr Burgenländer*innen nicht leisten

Die Klient*innen in der Caritas Sozialberatung haben sich fast verdoppelt. Neben persönlicher Beratung bietet die Caritas Burgenland ab sofort auch die Online Sozialberatung an, wo Hilfesuchende anonym und diskret Unterstützung finden.

Heizung, Strom, Lebensmittel, Sprit: Die Preise steigen weiter. Immer mehr Burgenländer*innen können sich das tägliche Leben nicht mehr leisten. Sie spüren die Nachwirkungen von Corona und die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs. Strom in der Wohnung und ausreichend Essen im Kühlschrank sind für viele Menschen nicht mehr selbstverständlich. „Als Caritas warnen wir vor einem massiven Anstieg der Armut, auch im Burgenland. Es geht hier um versteckte Armut, um Burgenländer*innen, die nie gedacht hätten, jemals Hilfe bei der Caritas in Anspruch nehmen zu müssen“, betont Caritas Direktorin Melanie Balaskovics.“

Caritas Sozialberatung: Fast doppelt so viele Hilfesuchende
„Aus den Caritas Sozialberatungsstellen wissen wir: In den ersten vier Monaten haben sich heuer doppelt so viele Menschen hilfesuchend an die Caritas gewandt, als im Vergleichszeitraum davor. Waren es im Jahr 2021 insgesamt noch 437 Klient*innen, so haben heuer alleine bis 30. April bereits 250 Klient*innen die Caritas Sozialberatungsstellen in Eisenstadt, Neusiedl, Oberwart, Güssing und Jennersdorf aufgesucht, weil sie die Miete nicht mehr zahlen können, oder sich zwischen Heizen und Essen entscheiden müssen.“ Alleine im heurigen Jahr (bis 30.4.2022) hat die Caritas über die Sozialberatungsstellen 45.889 Euro an Unterstützungszahlungen geleistet und Carla Gutscheine im Wert von 11.245 Euro ausgegeben. Zum Vergleich: 2021 waren es insgesamt 90.000 Euro.

Auch die im April veröffentlichten Zahlen zur Armut in Österreich 2021 sind ein klares Warnsignal: Der Anstieg von 13,9% auf 14,7% armutsgefährdeter Menschen verdeutlicht einmal mehr, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Hier ist die aktuelle Teuerungswelle noch gar nicht inbegriffen.

„Fürchte mich jetzt schon vor Energieabrechnung.“
Frau Müller ist Mindestpensionistin und alleinstehend. Jede zusätzliche finanzielle Belastung wirft die 73-Jährige aus der Bahn. „Vor einem halben Jahr musste ich umziehen. Die Umsiedelungskosten stemmte ich noch mit Ach und Krach, aber einen Herd und eine Waschmaschine waren dann einfach nicht mehr drin. Ich fürchte mich jetzt schon vor der Energieabrechnung.“ In der Caritas Sozialberatung fand sie rasch und niederschwellig Hilfe.

Caritas stockt Hilfsangebot auf
Viele Menschen schämen sich, ihre Not einzugestehen. Es kostet sie Überwindung, Hilfe anzunehmen. Die Caritas erweitert deshalb ihr Angebot in der Sozialberatung, damit sich die Betroffenen auch online an die Sozialberatung wenden können – anonym und diskret. Die Anonymität beim Erstkontakt der Online-Beratung erleichtert es Menschen in Problemsituationen, auch schambesetzte Themen anzusprechen. „So können wir künftig noch mehr Menschen in schwierigen Situationen rasch und vertraulich weiterhelfen. Etwa, wenn sie die Miete nicht bezahlen können, wenn sie Stromschulden haben, oder bei anderen sozialen und finanziellen Themen“, erklärt Balaskovics. Über den Caritas Wegweiser unter www.caritas-wegweiser.at findet jede/jeder Hilfesuchende/r mit einem Klick online das passende Unterstützungs- und Betreuungsangebot.

Um rasch und unkompliziert Burgenländer*innen in Not helfen zu können, ist die Caritas auch auf Spenden angewiesen.
 

Kontakt

Michaela Sieger MA

Pressesprecherin

Kathrin Siffert BA

Leitung Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising