Not im Burgenland

Sie schämen sich. Deshalb bleibt Armut im Burgenland oft hinter verschlossenen Türen verborgen. Alleinerziehende Mütter und ihre Kinder sind besonders betroffen.

Essen, Kleidung, Heizung, Miete – wie soll ich das alles schaffen? Diese Frage musste sich auch Frau B. stellen, weil das Geld einfach nicht ausreichte. Seit der Trennung von ihrem alkoholkranken Mann und der überraschenden Kündigung war sie in ein großes, schwarzes Loch gefallen. Frau B. fühlte sich als absoluter Versager und mit ihren Sorgen alleingelassen.

Frau B. ist mit ihrem Schicksal leider nicht alleine. Im Burgenland sind über 30.000 Menschen einkommensarm. Die Statistik zeigt: Frauen sind besonders betroffen. Tagtäglich kämpfen sie mit einer Vielzahl von Sorgen: Schulden, Jobverlust, Krankheit oder Aggressivität des Partners.

Mit Ihrer Spende bekommen Menschen wie Frau B. Nothilfe und individuelle Beratung in den Sozialberatungsstellen im ganzen Burgenland.

Ihre Spende hilft:

  • Mit 20,- Euro  kann eine Familie Lebensmittel für eine Woche einkaufen
  • Mit 25,- Euro  statten Sie eine Familie mit zwei Kindern mit warmen gebrauchten Jacken und Mänteln aus dem CARLA Shop aus
  • Mit 30,- Euro ermöglichen Sie einer Mutter einen Monat lang, zumindest einen Raum ihrer Wohnung für die Kinder zu heizen.
Symbolbild einer armutsbetroffenen Mutter mit ihrem kleinen Kind am Schoß
Menschen in Not im Burgenland

Unterstützung für BurgenländerInnen

Schicksale verändern

Marianne hat sich ihr Leben anders vorgestellt

Als ihr Mann an Krebs stirbt bricht für sie eine Welt zusammen. Wie geht es jetzt nur weiter? Wie schaffe ich das alles alleine? Wie kann ich stark bleiben?

Diese Fragen stellt sich Marianne, als sie ihre zweijährige Kleine im Arm hält und tröstet. Ihre kleine Tochter wird erst später verstehen, dass ihr Vater nicht mehr da ist. Dass er sie nicht aufwachsen sehen kann. Sie nicht zum ersten Schulball begleiten kann. Die beiden Söhne spielen im Wohnzimmer der kleinen Mietwohnung. Ihnen muss sie noch erklären, warum Papa jetzt an einem anderen Ort ist. Warum sie nicht mehr mit Papa spielen können und warum er sie nicht mehr in den Arm nehmen kann. Bis jetzt hat Marianne den Krebs ihres verstorbenen Mannes verdrängt. Sie wollte es einfach nicht wahrhaben, dass gerade ihre Familie so ein Schicksalsschlag treffen würde.

Keine Zeit für Trauer

Für die 35-jährige Mutter steht jetzt eine schwere Zeit bevor. Sie muss sich um ihre drei Kinder kümmern, alleine den Haushalt führen und mit dem wenigen Geld alle offenen Rechnungen zahlen. Sie muss jetzt stark bleiben, damit ihre Kinder ein Vorbild haben. Denn ihre Söhne können in der Volksschule noch nicht erklären, dass ihr Papa nicht mehr da ist. Marianne geht mit den zwei Buben zwar zu einer Therapeutin, aber sie haben den Tod ihres Papis noch nicht ganz verarbeitet. Ohne Unterstützung schafft sie es einfach nicht. Denn der tägliche Existenzkampf ist schon kräfteraubend genug.

Letzte Hoffnung

Als sich die Familie die Stromrechnungen nicht mehr leisten kann und die Abschaltung des Stromhahns drohte, entscheidet sich Marianne die Caritas Sozialberatung aufzusuchen. Die nächste Miete ist fällig und das Holz für den Winter kann sie sich dieses Jahr auch nicht leisten. Die Caritas Mitarbeiterin entwickelt mit der erschöpften Mutter einen Plan für die nächsten Monate. Offene Beträge der Stromrechnung können durch den Stromhilfefonds des Verbundes beglichen werden. Warme Winterkleidung für die Kinder werden im Caritas Laden zur Verfügung gestellt. Die nächsten Monate sind einmal gesichert und Marianne kann etwas entspannter in die Zukunft blicken.

Anna wünscht sich eine bessere Zukunft für ihre Kleine

Anna ist seit einigen Wochen Mama. Das Baby hat ihre Welt auf den Kopf gestellt und ist nun das Wichtigste in ihrem Leben. Mit der kleinen Tochter kam auch neue Hoffnung in ihr Leben. Denn es war nicht immer einfach für Anna.

Sie schlug die Augen auf und wusste nicht was los war. Waren das schon Wehen? Sollte sie gleich ins Spital fahren? Sie streichelte ihren Bauch, horchte in sich hinein und im Gedanken frage sie ihr Baby, was jetzt wohl zu machen sei, da sonst niemand für sie da war. Ihr Freund ließ sie fallen, als er von der Schwangerschaft hörte. Damals war Anna war am Boden zerstört und ihre Hoffnung auf eine kleinen, glücklichen Familie platze wie eine Seifenblase. Wieder wurde sie im Stich gelassen.

Anna war 14 Jahre alt als ihre Mutter mit dem neuen Freund in ein anderes Bundesland zog und sie mit ihrer Schwester, damals 15, einfach zurückließ. Anna und Melanie waren fortan auf sich alleine gestellt. Die Teenager halfen sich zwar gegenseitig so gut es ging, aber es fehlten die Eltern um ihnen Möglichkeiten für ihre Zukunft aufzuzeigen, um sie auf ihrem Weg zu unterstützen und ihnen Zuneigung und Zuversicht zu geben. Mit der Kinderbeihilfe kamen die zwei gerade so über die Runden.

Ohne Plan für die Zukunft

Dass Anna keine Ausbildung und keinen ordentlichen Job hat, ist nicht verwunderlich. Sie konzentrierte sich auf den Haushalt anstatt auf Hausaufgaben und Lernen für die Schule. Einen geregelten Alltag gab es nicht. Elterliche Ratschläge bekam sie nicht. Jahre später lernte sie ihren Freund kennen und wurde bald auch schwanger.

Neuer Start ins Leben

Anna kam zur Sozialberatungsstelle der Caritas, als sie gerade schwanger war und ihr Freund sie im Stich ließ. Dort bekam sie von einer Caritas Mitarbeiterin wichtige Ratschläge für ihre Zukunft und fühlte sich das erste Mal wieder geborgen und verstanden. Gemeinsam suchten sie eine leistbare Wohnung. Anna bekam notwendige Unterstützung, wie Babykleidung, eine Wiege und Windeln. Jetzt hat sie neuen Mut und will ihrer kleinen Maus ein schönes Zuhause bieten.

Ein Schlussstrich: Silvia wird von ihren Mann terrorisiert. Täglich ist sie seinen verbalen Attacken ausgesetzt. Dazu kommen noch die Sorgen um ihren kleinen Sohn.

Silvias Sohn ist extrem weitsichtig und braucht eine Behandlung durch Spezialisten. Alles zusammen schlägt sich auf die Gesundheit der 43-Jährigen Mutter nieder. Eine Operation ist dringend notwendig. Während der OP kommt es zu lebensbedrohenden Komplikationen.

Jobverlust

Silvia scheint sich auch nach der OP nicht richtig zu erholen. Dann die Diagnose: Sie wird ihren Beruf als Krankenpflegerin nicht mehr ausüben können. Silvia macht eine schwere Zeit durch. Ihr Mann zahlt kaum Rechnungen und das Geld wird langsam knapp.

Neue Perspektiven

Silvia hat genug. Sie möchte sich die Beschimpfungen und Drohungen nicht länger gefallen lassen und lässt sich scheiden. In der Caritas Sozialberatungsstelle in Eisenstadt klärt man sie über ihre rechtliche Lage auf und berät sie, welche Unterstützungen sie und ihr Kind bekommen können. Ihr Sohn wird gemeinsam mit anderen Jugendlichen, deren Eltern sich scheiden lassen, pädagogisch begleitet.